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deren Unterschied und wie beide sich gebildet und im Verlaufe der Zeiten entwickelt hätten und wies endlich an einzelnen Beispielen nach, daß unsere heutigen Territorialverhältnisse auf einer mehr als tausendjährigen Grundlage beruhen. 8. August. Herr Präsident Schlereth machte aus Dr. Zehrt’s kleiner Schrift: „Die Einführung des Christenthums auf dem Eichsfelde durch den h. Bonifacius. Mainz 1847“ einige Mittheilungen, worin der Verfasser darzuthun sucht, daß die von Bonifaz gestürzte heilige Eiche auf dem Gehülfensberge unfern Eschwege gestanden habe. Hierauf setzte Herr Dr. Landau seinen in der vorigen Zusammenkunft begonnenen Vortrag fort, und sprach diesmal über die Bildung und Entwicklung der kirchlichen Gebiete. Er zeigte dabei, wie aus einer Art innerer Nothwendigkeit die Uebereinstimmung der kirchlichen Gebiete mit den ältern weltlichen entstanden sey. Es sey diese Uebereinstimmung jedoch nicht als eine allenthalben geltende Regel zu betrachten, es habe dieselbe vielmehr nicht selten Ausnahmen, wie er dieses aus einer Reihe von Beispielen aus verschiedenen Gegenden nachwies. Im Verlaufe dieser Vorlesung sprach er zugleich die auf mehrere Gründe gestützte Ueberzeugung aus, daß die schon oben erwähnte Eiche nicht zu Geismar bei Fritzlar, sondern zu Fritzlar selbst, und zwar an der Stelle der heutigen St. Peterskirche gestanden habe. 19. September. Herr Geheime Hofrath Ruhl sprach über verschiedene Kunstvorstellungen des Dea Nehalennia und der keltischen Matronen. Nachdem er zuerst eine Verwandschaft dieser Gottheiten mit dem Wesen der Ceres, in ihrer Eigenschaft als allernährende Erdmutter, nachzuweisen versucht hatte, betraf sein Vortrag eine im Kasseler Museum befindliche 22 par. Z. hohe bisher unerklärte Gewandfigur aus Bronze, welche als eine der keltischen Mütter von ihm gedeutet wurde.
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