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beschränken uns hier darauf, das Erheblichste daraus zu recapituliren. 1) Ausgrabungen. Hier beschäftigte uns vorzugsweise die Aufdeckung und theilweise Aufmauerung des römischen Kastells bei Rambach, die durch ihre Fundergebnisse sehr reichhaltigen Aufgrabungen im Römerkastell auf dem Heidenberg dahier, die Ausbeutung einer römischen Brunnen- Cisterne und einer – anscheinend mithrischen – Operstätte auf dem Heidenfeld bei Heddernheim, die Entdeckung römischer Militär-Ziegel der XXII. Legion und der IV. Vindelik – Cohorte, d. h. eines Pfahlgraben-Castells in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche Augst bei Arzbach (Amt Montabaur), die vollständige Ausgrabung eines römischen Wachtthurms auf der Spitze des Winterbergs bei Ems, endlich die Grundarbeiten im Bahnhofe zu Bingerbrück und die daselbst vorgefundenen Stein-Monumente, worüber sehr sorgfältige Aufnahmen und Zeichnungen unsers Mitglieds, des Herrn Maler Steyher, dahier vorgelegt werden konnten. 2) Die Bereicherung des Museums, fast in allen seinen Theilen, war um so erfreulicher, als vieles davon dem Wohlwollen verschiedener Gönner unserer Sammlungen verdankt wird. Eine ganze Tafel war mit griechischen Terracotten bedeckt, einem Geschenke unseres Ehren-Mitglieds, des Prinzen Emil zu Wittgenstein, welche Se. Durchl. meist aus eigenen Nachgrabungen bei Cumä und andern Orten Unter-Italiens unserm Museum überlassen hatten. Einige Homburger Freunde unseres Museums hatten einen bei Naurod kürzlich gefundenen, aus zwei langen Nadeln und 11 bronzenen Medaillons bestehenden altgermanischen Schmuck für das Museum erworben; Herr Major Gräser dahier hatte einen bei Eichberg ausgegrabenen bronzenen Hohlmeißel mit Öhr, Herr Oberjägermeister Spökrona auf Wegeholm mehrere Steinwaffen aus Süd-Schweden zum Geschenk gemacht. So überließ uns Herr Bauaufseher Bauer dahier ein bei Kanalarbeiten in der Ellengasse dahier kürzlich vorgefundenes sandsteinernes Wappen der Stadt Wiesbaden mit der Jahreszahl 1592, und Herrn Gutsbesitzer Gosebruch zu Oberlahnstein verdanken wir die Erlaubniß, ein in der dortigen Stadtmauer eingefügtes Wappen aus Tuffstein von dem Erbauer jener Mauer, dem Erzbischof Dither I. von Mainz, Grafen von Erbach († 1459) herrührend, von dorten, wo bevorstehende bauliche Veränderungen seine Erhaltung
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