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XXXV

Grotenburg ist. Dann müsste der Pass Kreuzkrug-Berlebeck der betreffende sein. Hat Tacitus ein Gebirge gemeint, so wird es höchst wahrscheinlich auch das sein, welches man jetzt ziemlich allgemein mit diesem Namen vom Altenbeker Pass bis an die Ebene Nordwest-Deutschlands so bezeichnet. Führte aber damals ein engerer Theil den Namen, so ist auch nur anzunehmen, dass es der um die Teutoburg liegende war. Es blieb zunächst unentschieden, ob Gebirge, und welches, oder Pass gemeint sein könne. Die weitere Untersuchung muss darüber Licht geben. Germanicus kam im Jahre 15 n. Chr. „in einem Zuge" mit dem Heer, Stertinius mit der Reiterei voraus — von der mittleren Ems (wohl bei Rheine) bis zu den äussersten Brukterern, indem er Alles zwischen Ems und Lippe verwüstete. Mit „einem Zuge" ist sicher nur eine ganze Reihe von Märschen gemeint, nicht eine kurze Strecke. Die Ems und Lippe sind unstreitig die Amisia und Lupia. Wenn das Heer aber im Brukterer Land Alles zwischen Ems und Lippe verwüsten sollte, so konnte es nicht an der Ems bleiben. Seine Route ging dann über Münster, Stromberg, Beckum auf Delbrück. In dieser Gegend stand dann Germanicus an der äussersten Grenze der Brukterer, je nachdem dieselbe bis etwa Lippstadt oder weiter östlich reichte. Von hier aus also hatte er es „nicht fern zum saltus teutoburgiensis". Nehmen wir nun an, dass Germanicus in der Gegend von Delbrück stand, so war der vorliegende Gebirgstheil, etwa vom Oerlinghäuser Pass bis zum Altenbeker ziemlich gleich weit von dieser Stellung entfernt, Germanicus hatte bis zu dem Beginne des Trauerfeldes etwa einen Marsch oder auch näher. Nimmt man an, dass damit das Lager für drei volle Legionen gemeint sein soll, auf das ihn Tacitus zuerst stossen lässt, so hat Varus entweder hier im Sommerlager gestanden, oder in seinem ersten intakten Marschlager! Allein er soll doch, wie meist angenommen wird, an der Weser im Sommerlager, im Cheruskerland mitten in Germanien gestanden haben. Hier liegt wieder ein Stück Streitpunkt der Forscher vor. Die einen behaupten, dass apud „an", die anderen, dass es „nahe" oder .,nach etwas zu" gelegen heisse, auch dass nicht

 

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