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XXXIX scheint, dass die drei besten Legionen Roms vor oder in einem der früher genannten Pässe von einem Germanenheer seitwärts in das Gebirge geworfen worden, statt dass jene den Pass forcirten, oder dass sie vor demselben ausgewichen wären, um dann längs des Gebirges zu Grunde zu gehen, ebensowenig ist anzunehmen, dass Varus in jene Routen nach Veldrom hinein getrieben worden, oder sie gewählt haben würde, wenn er sich auf wirklichem Kriegsmarsch befindlich glaubte! Nach Allem gewinnt es den Anschein, als habe er den Aufstand der „entfernter Wohnenden" durch einige Gerichtshaltungen („da er aber vor sein Tribunal citirte!") abmachen zu können geglaubt und sei desshalb auch ohne jedes Arg und mit der grössten Sorglosigkeit diese Route marschirt, welche als eine nähere nach Schieder etc. und vielleicht interessantere (wenn sie die secretiora Germaniae barg), ihm von Armin vorgespiegelt war. Unter obigem Gesichtspunkte können wir die wirklich schon, oder blos vermeintlich sich empört Habenden, event. jenseits der Weser suchen (Dulgubiner?): es erklärt sich dann auch die Mitnahme von vielen Weibern und Kindern, grossem Tross etc. und würde es immer vergeblich sein, den Zug des Varus strategisch aufhellen zu wollen. An den vielschluchtigen Berghängen und in dem mittelsten Längspass Lippspringe-Veldrom fanden sich viele Hügel, welche nicht durch Windfälle entstanden schienen. Trotzdem die Wahrscheinlichkeit vorlag, dass das Varusheer diesen Weg genommen hatte und auch schon vor langen Jahren Schierenberg auf die Römernamen um Veldrom hingewiesen, welche aber von Clostermeier, Hölzermann etc. auf Feldte Drohme zurückgeführt wurden, musste man immer wieder zweifeln, dass Varus so auf Veldrom marschirt sei. Denn auch den einzelnen scheinbaren Spuren früherer Wälle dort durfte keine Bedeutung beigelegt werden, obgleich bei Veldrom Kempen das Römerheer wegen des Wassers gelagert haben musste! Wohin ferner hätte sich das Heer dann wenden können, da man annehmen muss, dass demselben die Eingänge zu dem Pass Veldrom-Horn, Kempen-Altenbeken jetzt zu erzwingen viel schwieriger war, die Schlucht nach der Silbermühle- |
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