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LXV aus freier Hand. Alles weist darauf hin, dass das Grab, nach den Fundstücken zu schliessen, ein Frauengrab, in die Uebergangszeit von der römischen zur fränkischen Herrschaft zu setzen ist, also frühestens in's 3. Jahrhundert n. Chr. Dafür zeugt auch das Trinkgefäss, das einem aus den Frankengräbern bei Ostheim sehr ähnlich ist. Herr Dr. Wolff gab zu dem Fundbericht einige Ergänzungen und sprach die Ansicht aus, dass die Leiche nicht ausgestreckt, sondern in gebeugter Haltung begraben sei. Ausser den Gegenständen aus dem Hügelgrab, die Herr Pfarrer von Starck sämmtlich dem Hanauer Vereinsmuseum überwiesen hatte, war eine unzweifelhaft römische Urne ausgestellt, die nach einer alten daran befindlichen Aufschrift im Torfbruch bei Enkheim gefunden ist und im Museum aufbewahrt wird. Ferner wurden zwei bronzene Henkel vorgezeigt, die schon im Anfang des Jahrhunderts von Pfarrer Hermann in der römischen Niederlassung auf den Pfarräckern bei Bergen gefunden wurden. Gleichzeitig mit dem Hügelgrab wurde am 23. April auch ein alter Uebergang über das Torfmoor bei Enkheim näher untersucht. Es ergab sich, dass ein gepflasterter Weg, etwa 4 Meter breit, hinüberführte in der Richtung nach dem Main dahin, wo dessen Lauf sich nach Süden wendet. Die tiefgehende Steinpackung war nicht mit Mörtel verbunden, die Lücken nur mit Sand ausgefüllt. Ob dies eine Römerstrasse war, ist noch nicht zu entscheiden ; für das hohe Alter spricht aber die Wahrnehmung, dass der bteinweg nach Norden hin mindestens 50 Meter über den jetzigen Sumpf hinaus zu verfolgen ist. Der Schriftführer Herr Major Dahm macht darauf aufmerksam, dass falls einer der grösseren Ringe um den Hals getragen worden sei, derselbe zweifellos eine Löthstelle haben müsse; da wegen der geringen Abmessungen dieses Ringes auch die Möglichkeit ausgeschlossen sei, dass man denselben über den Kopf des Kindes gestreift habe und letzteres den Ring nicht abgelegt habe, sondern mit demselben gross geworden sei. Herr Major Dahm schlägt vor, einen solchen Ring daraufhin untersuchen zu lassen, da die Löthstelle jedenfalls jetzt noch festzustellen sei und erbietet sich, diese Untersuchung durch einen Chemiker ausführen zu lassen. Der Vorschlag Mittheilungen. 5
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