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LXXIII

stein von 1613 und einen quadratförmigen schön erhaltenen Stein mit Wappen und Inschrift vom Jahre 1670. In Marköbel gegen Mittag angelangt, besichtigten wir zunächst die Stelle, von wo im vorigen December mehrere römische Fundstücke in unser Museum gekommen waren, dann im Hof des Bürgermeisters den Schlammkasten, dessen Aehnlichkeit mit dem früher gefundenen alsbald in's Auge fiel, er zeigte dieselben Oeffnungen, auch dieselbe Art der Behauung, wie der im Hanauer Museum befindliche. Der Bürgermeister selbst war nicht anwesend, sein Sohn Wilhelm aber, früher Gymnasiast, nahm sich der Sache eifrig an. Er führte uns des Nachmittags gegen 3 Uhr an den Platz im Walde, wo beim Vertiefen der Chausseegräben die Wasserleitung aufgefunden worden war. Der durch W. Stroh bestellte Tagelöhner Hettrich, der die Leitung bei Ausführung der vorerwähnten Arbeit entdeckt hatte, erschien am Platze und fand die Röhren sofort wieder. Der betreffende Ort liegt eine halbe Stunde östlich von Marköbel, 20 Minuten über die römische Grenze hinaus, fast 35 Minuten vom Hause des Gastwirthes Stein entfernt, etwa 160 Schritt von einer gefassten Quelle, deren Wasser (von Osten her) nach dem Platze hinfliesst, wo die Röhren lagen. Die Quelle ist im Halbkreis ummauert, der innere Durchmesser beträgt ungefähr l1/2 Meter. Oestlich davon erhebt sich ein Berg, der sog. Steinkopf. Von Norden her kommen noch einige Bäche, die sich mit diesem vereinigen. Die Richtung der Röhren liegt ziemlich genau von Osten nach Westen, die brei­teren Enden (Muff) nach Osten. An der Stelle, wo sich der Schlammkasten befunden hatte, veränderte die Leitung etwas die Richtung, sie machte dort einen sehr unbedeutenden stumpfen Winkel. Von den 5 Röhren, die wir (wenig mehr als einen Fuss unter der Oberfläche) aufdeckten, war nur Eine nicht zerbrochen ; wir nahmen diese mit, die übrigen liessen wir liegen, damit sich später die Richtung leicht wieder finden liesse. Ein Stück von den Röhren lag zur Ansicht vor. Der Schlammkasten wird später in's Museum geschafft worden. Auffallend war vor allem die Wahrnehmung, dass der Anfang der Wasserleitung, deren römischer Ursprung nicht zu bezweifeln ist, so weit vom Grenzwall

 

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