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demselben machte.“ — Auf Aufforderung des Vorsitzenden erhoben sich die Anwesenden zu Ehren des theuren Todten von ihren Sitzen.

Hierauf hielt Herr Gymnasiallehrer Dr. Endemann Vortrag über den Buchdrucker Ullrich Zell aus Hanau, der in seiner Zeit für die Entwickelung der Buchdruckerkunst eine hervorragende Thätigkeit entfaltet hatte. Ullrich Zell, ungefähr 1430 in Hanau geboren, hat in Mainz bei Gutenberg oder Schöffer -— dieses lässt sich nicht entscheiden — die Buchdruckerkunst erlernt. Als ausgezeichnetem Schönschreiber und Illuminator fiel es ihm nicht schwer, sich die Kunst in hervorragender Weise anzueignen und er begab sich, als Mainz 1462 von Adolf von Nassau zerstört worden war, nach Köln und errichtete dortselbst eine Druckerei. Seit 1466 war er unermüdlich thätig, und eine Reihe vorzüglicher Druckwerke, meist theologischen Inhalts, gingen aus seiner Werkstatt hervor. Kurz nach 1502, wo sein letztes Werk erschien, mag er gestorben sein. Interessant ist auch, dass Ullrich Zell, welcher den Erfindern der Buchdruckerkunst persönlich nahe stand und sich um die weitere Ausbildung der Kunst in hohem Grade verdient gemacht hat, laut einer Mittheilung einer Kölner Chronik von 1499, einer der wichtigsten Zeugen dafür ist, dass Gutenberg der wahre Erfinder war.

Hierauf gab Dr. Wolff einen eingehenden Bericht über die Ausgrabungen bei Kesselstadt. Da durch die Arbeiten des vorigen Jahres die Existenz eines grossen römischen Kastells an der Stelle des heutigen Dorfes Kesselstadt und seiner nächsten Umgebung nachgewiesen war, handelte es sich bei den im vorigen Winter, sowie im Frühjahr und vor allem in diesem Herbste vorgenommenen Nachgrabungen um Gewinnung von Details für die beabsichtigte Publikation. Ueberall waren die Arbeiten vom besten Erfolg begleitet. Noch im vorigen Spätherbst wurde eine Reihe von Thonfundamenten blosgelegt und das Vorhandensein von zwei Gräbern nachgewiesen. In diesem Jahre aber gelang es nach schwierigen Arbeiten, an welchen sich auch Herr Major Dahm betheiligte, die Fundamente eines ausserordentlich grossen Thorbaues mit zwei Eingängen mit flankirenden Thürmen (die Porta principalis sinistra)

 

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