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- 7 - bei der Auswahl der Plätze erläuterte. Er faßte die germanischen Burgen nicht als oppida wie die keltischen, sondern als castra wie die sächsischen Burgen auf, als Gauburgen, in denen im Falle der Not das Heer sich sammelt und die Bevölkerung Zuflucht fand. Spuren der Bewohnung, wie sie sich auf vielen dieser Burgen finden, rühren von der oben angesiedelten Besatzung her, die auch in Friedenszeiten für die Instandhaltung und Kriegsfertigkeit der Burg zu sorgen hatte, ähnlich wie die Besatzung der Burgen Heinrich I., dessen angeblicher Erlaß vielleicht irgendwie mit der Tradition über die Besatzung germanischer Burgen zusammenhängt. Als Analogie für solche germanische Fluchtburgen wurden die von Dionys von Halikarnaß erwähnten und ausführlich beschriebenen Fluchtburgen der frühgeschichtlichen Zeit Italiens herangezogen. Die Versammlung zollte dem Redner für seinen lehrreichen und interessanten Vortrag reichen Beifall. Der Vorsitzende erteilte darauf dem Schriftführer Herrn Rechnungsdirektor Woringer das Wort zu seinem Vortrage über: „Den Dörnbergschen Aufstand 1809 (unter Berücksichtigung bisher unbenutzter Quellen).“ „Bei der Feier des 75 jährigen Jubiläums unseres, der Erforschung und Schilderung der Geschichte Hessens gewidmeten Vereins ziemt es sich wohl, auch der nur wenig zurückliegenden Wiederkehr des Tags zu gedenken, an dem vor 100 Jahren, am 23. April 1809, von allen Seiten her die Scharen der Landbevölkerung gegen die Hauptstadt des Hessenlandes zogen, um diese und damit das ganze Land von der verhaßten westfälischen Fremdherrschaft zu befreien. Wenn der Aufstandsversuch des Obersten v. Dörnberg auch in seinem Endergebnis erfolglos gewesen ist und über zahlreiche Familien Hessens Kummer und Sorgen gebracht hat, so dürfen wir doch mit Stolz auf jenen Tag zurückblicken, der neben der Betätigung der Liebe zum engeren hessischen Vaterlande auch Zeugnis gab vom Wiedererwachen der Anhänglichkeit an das große |
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