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Der Verlauf des Gefechts zerfiel nach meiner Darstellung, wie Sie sich erinnern werden, in drei Teile: das unbedeutende Scharmützel an der Knallhütte, den Zusammenstoß der Westfalen mit den Felsbergern diesseits1) , also nordöstlich, des Baunatals und die Zurückwerfung des Haupttrupps der Aufständischen jenseits1) also südwestlich, des Baunatals auf der Hertingshäuser Heide. Auf diese Dreiteilung des Gefechts hat bisher nur mein Vorgänger im Schriftführeramte unseres Vereins, Herr Bibliothekar Dr. phil. Scherer in Fulda unter Berufung auf Baumanns Angaben hingewiesen2). Alle anderen Berichte kennen nur ein oder zwei Gefechte. Ich muß deshalb meine Darstellung mit wenigen Worten begründen.

Zunächst entspricht sie genau dem Berichte des Oberstleutnants Baumann, des einzigen Berichterstatters, der an dem ganzen Gefecht vom Beginn bis zum Schluß teilgenommen hat. Ferner — und darauf lege ich besonderen Wert — lassen sich die Darstellungen aller anderen Quellen, so sehr sie auch untereinander abweichen, sämtlich in dem Rahmen meiner Darstellung vereinigen. Lynker kennt zwei Gefechte, eins mit den Felsbergern und eins mit dem Haupttrupp, verlegt aber letzteres diesseits des Baunatals und das mit den Felsbergern an die Knallhütte, was Baumanns klaren Angaben, namentlich über das Gelände und die Entfernungen, widerspricht. Dörnberg selbst spricht nur von einem Gefecht, gibt aber bestimmt an, daß dies „auf der Höhe von Kirchbauna“ stattfand, also jenseits des Baunatals. Für letztere Angabe spricht auch der Umstand, daß die Westfalen ein Defilé — nämlich das Baunatal — durchziehen mußten, ehe es zum letzten Kampfe kam. Daß Dörnberg selbst nur ein Gefecht erwähnt, ist erklärlich, er hat eben von den beiden anderen nichts gewußt, da man von der Hertingshäuser Heide die Gegend zwischen Baunatal und Knallhütte nicht übersehen kann. Nun könnte mir freilich eingeworfen werden, daß die zurückgeworfenen Fels- [Felsberger]

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1) Von Kassel aus.

2) Historische Zeischrift, Bd. 48, S. 261/2.

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