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Fundort für die Charakteristik der Baulichkeiten von Wert sein kann, ist er auf dem Siedlungsgrundriß, Beilage 2, kenntlich gemacht.

 

Wenden wir uns nun zur Betrachtung dieses Lageplans. Um die wirre, zusammenhangslose Menge von gekennzeichneten Punkten, die in ihrer überwiegenden Mehrzahl die Standspur von Hausbalken bezeichnen, auf einzelne Gebäude oder Gebäudestellen verteilen zu können, müssen wir den Plan als Ganzes ins Auge fassen und von da aus zu Einzelheiten fortschreiten. Der Grundriß bildet einen willkürlichen Ausschnitt aus einer stark besiedelten Fläche, die sich nach Osten, Süden und Südwesten ohne die geringste Unterbrechung fortsetzt. Im Norden beweist der breite untersuchte Streifen, daß hier die Pfostenlöcher und damit die Besiedelung ein Ende haben. Der Erdboden war auch reiner, ohne Brandschutt; außerdem zeigte sich ein Steinschotterlager, das einen Weg vermuten ließ, dessen östliche Kante sich scharf von dem angrenzenden Lehm abhob und bei der Grabung sofort in die Augen fiel. An der nordöstlichen Spitze mag die Besiedelung noch ein wenig weiter gereicht haben. Die Untersuchung unterblieb hier, weil der Baumbestand im Wege war. Auch auf der ganzen westlichen Seite, bis auf die Südwestspitze ist ein Ende der Besiedlung erreicht. Die letzten Pfosten an dieser Seite haben also die Außenwände der Gebäude getragen.

 

Während wir also im großen und ganzen im Norden und Westen eine sichere Grenze des angeschnittenen Häuserkomplexes erkannt haben, geht die Siedelung nach den beiden anderen Richtungen weiter. Nun ist aber ausgeschlossen, daß das Haus, dessen Grenze im Norden und Westen am Tage liegt, auf der Süd- und Ostseite unseres Planes noch nicht sein Ende erreicht haben sollte. Die Entfernungen betragen je 30 m. Diese Strecken müssen durch mehrere Bauten aufgeteilt werden. Das Maß zur Aufteilung müssen wir aus dem Plan selbst gewinnen. Bei dessen eingehender Betrachtung wird immer deutlicher, daß ein Spalt zwischen der westlichen und östlichen Partie der Pfostenlöcher klafft, gebildet durch einen 3 bis 4 m breiten

 

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