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— 33 — wegen Preßvergehens, der mit Murhards Verurteilung zu vier Monaten Festungshaft wegen Majestätsbe leidigung endete. Murhard legte Berufung ein. Das Oberappellationsgericht war aber bis zum Jahre 1848 noch zu keiner Sitzung in dieser Sache gekommen, sodaß Murhard die Wohltat der in diesem Jahre er lassenen Amnestie zugute kam. Es gelangte hierauf ein vom Verein angekaufter Brief über die Einnahme Kassels durch die Russen in den letzten September tagen 1813 zur Verlesung. Privatmann Wentzell legte einen von Hofbaudirektor Ruhl im Jahre 1833 gefertigten Plan der von Kurfürst Wilhelm II. beabsichtigten Verlängerung der jetzigen Kurfürstenstraße und des Ständeplatzes und der in Verbindung damit geplanten Boulevardanlage vor, die, wenn sie zustande gekommen wäre, Kassel zu einer der schönsten Städte gemacht haben würde. Regierungsbaumeister Dr. Holtmeyer sprach hierauf über den beschlossenen Abbruch der Unterneustädter Mühle und Kunsthistoriker Wenzel teilte Geschichtliches über diese Mühle und die ältesten Kasseler Zeughäuser mit, deren erstes im Breul an der Stelle des jetzigen Fruchtmagazins in der Schäfergasse stand. Es diente zugleich als Gießhaus und gab der Bastion Gießberg den Namen. Das spätere Gießhaus, das 1836 abbrannte, war 1704 bis 1707 durch Du Ry erbaut. Geh. Regierungsrat F ritsch berichtete als Augenzeuge über den 76 Jahre zurückliegenden Brand dieses Hauses. Baurat Röse machte Angaben über den Umbau des Daches des jetzigen Zeughauses, worauf der Vorsitzende mitteilte, daß die Denkmalspflegekom mission beschlossen habe, sich bei der Regierung für die Erhaltung des wahrscheinlich demnächst zum Verkaufe kommenden Zeughauses zu verwenden. Er be richtete dann noch über alte, am hiesigen Leihhaus befindliche Kanonenrohre. Oberlehrer Dr. phil . Gaebel wies schließlich darauf hin, daß auch dem Schlosse Friedewald ein seinen baulichen Charakter beein trächtigender Umbau drohe, da der Staat das Schloß einem Hersfelder Herrn zu verkaufen, gedenke.
5. Am 4. März 1912. Der Vorsitzende teilte
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