|
.. |
― 37 ― nach Grebenstein. Nahe an 150 Mitglieder und Gäste aus Kassel, Grebenstein, Hofgeismar, Melsungen und Obervellmar mit ihren Damen fanden sich am Nach mittag des 24. Juni 1912 am Bahnhof Grebenstein zusammen, um zunächst unter Führung des Herrn Bürgermeisters Ritter durch die Straßen des alter tümlichen Städtchens zum „Reichskanzler“ zu wan dern, wo der Kaffee eingenommen wurde. Der Vor sitzende, General Eisent traut, bot sodann in längerem, durch eine von dem Vortragenden gezeichnete und an die Anwesenden verteilte Kartenskizze erläuterten Vortrage ein Bild des Verlaufs der Schlacht bei Wilhelmsthal, die anfangs und richtiger nicht diesen Namen führte, sondern die „Affaire von Grebenstein“ genannt wurde. Die Schlacht war die erste im letzten Feldzuge des siebenjährigen Krieges auf dem westlichen Kriegs schauplatz. Der Plan zur Schlacht war von Herzog Ferdinand von Braunschweig in so vorzüglicher Weise entworfen, daß die Franzosen wohl ein Sedan erlebt hätten, wenn alle Anordnungen des Herzogs befolgt worden wären. Die Franzosen hatten am Main in den Winterquartieren gelegen, aber auch Kassel, Fritzlar und Göttingen besetzt gehalten; eine kleine französische Armee stand am Niederrhein. Die Armee Herzogs Ferdinand hatte den Winter über in Westfalen, Südhannover und Braunschweig gelegen. Es galt nun für die Franzosen, Hessen zu behaupten, für den Herzog, sie daraus zu vertreiben. Nach einem im Mai 1762 unternommenen vergeblichen Versuch, Sababurg zu gewinnen, ließ der Herzog das Schloß am 2l. Juni von den hessischen Jägern und den Husaren Oberstleutnants (späteren braunschweigischen Generals) v. Riedesel angreifen. Die Besatzung ergab sich, und nun beherrschte Herzog Ferdinand durch diesen festen Stützpunkt den ganzen Reinhardswald. Als die Franzosen merkten, daß der Herzog gegen Kassel vorgehen wollte, rückten sie nordwärts vor und bsetzten eine Stellung, deren rechter Flügel links von Grebenstein stand und die sich bis zu dem tief im Grunde liegenden Dorfe Meimbressen hinzog. Auf
|
.. |