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Der im Grunde machtlose und von seiner fernem Landgrafschaft finanziell abhängige Fredrik I. beschränkte sich, wie man sagte, „auf die Jagd von Bären und jungen Schönheiten"15), und dies besonders nach dem Tode seiner Gattin Ulrike Eleonore im Jahre 1741. Ungeachtet seines fortschreitenden Alters und ungeachtet seines alten, nun sich verschlimmernden Steinleidens ernannte der 69jährige Witwer u. a. die 25jährige Baronesse Katharina Ebba Horn zur „maîtresse en titre"; die Einrichtung ihres „établissements" erforderte eine einmalige Zahlung von 40000 Talern hessischen Jahrgeldes – die zahllosen Geschenke für die „maîtresse en titre" gar nicht erst erwähnt". Gleichzeitig mit seinem leiblichen Verfall vollzog sich auch sein geistiger Abbau; seine zunehmende Senilität wurde offenkundig. So soll er gegen Ende seiner Tage für „Lebewesen" nur noch drei Anreden gekannt haben: „General" – „Doktor" – „Mops"! Am 25. März 1751 erlosch sein Leben. „Da seine Ehe kinderlos war, blieb das hessische Königtum in Schweden Episode"16).

 

Erinnerungen an diese Episode

An diese Episode finden sich heute in der ehemaligen Landgrafschaft nur noch hier und da vereinzelte Erinnerungen. Als in der Residenzstadt Kassel Landgraf Friedrich II., der Neffe Landgraf Friedrichs I., die Befestigungen niederlegen, die frei gewordenen Flächen 1766 durch Simon Louis du Ry nach dem Vorbild Pariser Plätze gestalten und die Altstadt mit der Oberneustadt verbinden ließ, war zunächst in der Mitte des neuen, mit sechs radial einmündenden Straßen runden Platzes ein Denkmal für Landgraf Friedrich l. geplant. Zu seiner Errichtung kam es allerdings nicht, statt dessen erfolgte ein „Avertissement, die Benennung der Straßen in der Residenzstadt Cassel betreffend" vom 20. Dezember 1775. Darin wurde festgelegt, dass „auf der Ober-Neustadt" „der große runde Platz vor dem Posthause und denen Hallen – Der König-Platz, die Straße vom Königsthor herunter bis an die Caserne - die Königs Straße benennet werden" sollen17). Als man im Jahre 1737 an der kleinen evangelischen Kirche des Dorfes Unshausen zwischen Wabern und Homberg/Efze Erneuerungsmaßnahmen ausführte, setzte man dem Haubendachreiter eine Wetterfahne auf, aus der die Buchstaben „F R" ausgeschnitten waren: „Fridericus Rex" für König Fredrik l. von Schweden, drei Jahre bevor Friedrich II. als König in Preußen die Herrschaft vom Soldatenkönig übernahm und dieses Kürzel für ihn in Brandenburg-Preußen

 

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