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LESERBRIEFE

 

Der Beitrag „Friedrich l. Landgraf von Hessen-Kassel starb als Fredrik I. König von Schweden" in der letzten Ausgabe hat eine Reihe von Leserbriefen ausgelöst, die wir - auszugsweise - im Folgenden veröffentlichen.

„Der spätere König von Schweden hat jedoch nie - wie unter Hinweis auf den Aufsatz von Both (1964) angegeben - an der Universität Utrecht studiert. Friedrich hielt sich nur vom 10./20. März bis zum 2./12. April 1692 in Utrecht auf. Sein Hofmeister hielt den geplanten längeren Aufenthalt nicht für ratsam, woraufhin Landgraf Karl anordnete, dass sein Sohn baldmöglichst nach Den Haag weiterreisen solle. Während der Hofmeister sich in Den Haag nach einer geeigneten Unterkunft für den jungen Friedrich umsah, wurde dieser von einem Lehrer in Utrecht unterrichtet, der über den Tagesablauf seines Schützlings einen detaillierten ,Wochen- und Tagesplan' verfasste. Der Tagesablauf, der morgens um halb sechs begann, sah Unterricht in Latein, Geschichte, Mathematik, Genealogie, Geographie sowie ritterliche Exerzitien, Tanz- und Musikunterricht vor. An einigen Nachmittagen wurden Ausflüge in die nähere Umgebung genutzt. Aus diesem Dokument geht eindeutig hervor, dass Landgraf Friedrich nicht an den Vorlesungen der Utrechter Universität teilnehmen konnte.

Am 2./12. April 1692 verließ Friedrich von Hessen-Kassel Utrecht und reiste über Amsterdam nach Den Haag weiter. An die Reise durch die Generalstaaten und die Spanischen Niederlande schloss sich - nach einem kurzen Aufenthalt am Hof seines Vaters in Kassel - eine Tour durch Italien und die Eidgenossenschaft an, die seine standesgemäße Ausbildung abschloss. Am 29. Juni/9. Juli 1695 endete die „Bildungs- und Kavaliersreise des Landgrafen Friedrich l.“ (so der Titel des Aufsatzes von Eva Bender im Hessischen Jahrbuch für Landesgeschichte Nr. 48, 1998).“

Pauline Puppel

Universität Gesamthochschule Kassel

 

 

 

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