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Veranstaltungshinweise
 

Stadtmuseum Hofgeismar / Stadtmuseum Kassel: Ausstellung

Am 22. November 2003 wird in Hofgeismar eine gemeinsame Ausstellung der Stadtmuseen Kassel und Hofgeismar eröffnet, in deren Mittelpunkt ein hessischer Fürst steht, der durch Heirat, durch den Soldatentod eines noch jungen Monarchen, durch das Versagen seiner Frau als Nachfolgerin auf dem Thron, schließlich durch deren Amtsverzicht selbst zum König wurde, allerdings zu einem „mit gebundenen Händen“: Die Rede ist vom hessischen Erbprinzen Friedrich, dem späteren Landgrafen Friedrich I. von Hessen-Kassel, der 31 Jahre lang konstitutioneller, rein repräsentativer schwedischer König war.

Während in Schweden - zumeist unberechtigte - Vorwürfe an Friedrich wegen der Todesumstände seines Vorgängers Karl XII., der Entschiedenheit seines Eintretens für ein Königtum seiner Frau und seiner bis ins hohe Alter ausgelebten Sexualität überwiegen, werden in Deutschland Fehlurteile und Fehlschlüsse aus der unverstandenen „Revolution“ nach Karls XII. Tod gezogen: Die vier Stände des Reiches nutzten die klaren Bestimmungen des schwedischen Erbrechts mit Entschlossenheit zugunsten der Festschreibung eines reinen Ständeparlamentarismus, d.h. die vier Stände, der Geheime Ausschuss (mit 50 Delegierten aus Adel, Priestertum und Bürgerschaft, aber ohne Bauern) und der Reichsrat hielten alle Macht in Händen. Ulrika Eleonoras und Friedrichs nahezu vollständiges Ausgeschlossensein von der Macht basierte auf dieser „Revolution“, als alle sozialen Schichten (einschließlich des Militärs) des ausgebluteten, bankrotten Landes aufbegehrten und in ihrer Mehrheit keinen Alleinherrscher mehr dulden wollten. Deshalb unterschrieb Ulrika Eleonora 1719, Friedrich 1720 eine noch weiter verschärfte Regierungsordnung, die ihn in wesentlichen Punkten zusätzlich einschränkte (Verfügungsgewalt usw.).

Friedrich war kein „schlechter König“, er hat auch nicht - wie immer wieder zu lesen ist - die „adlige Opposition“ zu wenig bekämpft - all dies sind anzutreffende Meinungen, die ohne genauere Kenntnis der Situation geäußert wurden. Friedrich hat mehrfach vergeblich Anstrengungen unternommen, wenigstens außenpolitische Aktivitäten entfalten zu können. Zugleich hat er aber immer wieder - überhaupt nicht im Geiste seiner eigenen Zeit - seine Abscheu gegenüber jeder Alleinherrschaft betont. Friedrichs Amtsausübung war in den Jahren der Friedensverträge und des Wiederaufbaus des Landes und in seiner Bereit- [Bereitschaft]

 

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