Am zweiten Tag ging es zunächst nach Verona, um in einem gut geführten Rundgang die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt kennen zu lernen, wobei als Höhepunkt si-cher jene kleine Episode unter dem Balkon im Innenhof des Hauses in Erinnerung bleibt, als der Reiseleiter im Dialog mit der italienischen Fremdenführerin die bekannte Abschiedsszene aus Shakespeare's „Romeo und Julia“ vortrug. Am Nachmittag ging es im Bus weiter nach Milano Marittima, einem Vorort Ravennas, um in dem direkt am Meer gelegenen Hotel für die nächsten Tage Quartier zu beziehen. Herrlich war es, zum einen die Gelegenheit zu nutzen, wie in den folgenden Tagen auch, sich zunächst nach wiederum viel Geschichte in die noch warmen Wellen der Adria zu stürzen, und zum anderen beim abendlichen Essen dem köstlichen Wein zuzusprechen.
Am dritten Tag ging es in Ravenna mitten hinein in die Geschichte des 4. bis 6. Jahrhunderts, als diese Stadt unter der Kaiserin Galla Placidia Mittelpunkt des untergehenden Römischen Reiches und Ausgangspunkt des aufstrebenden Ostgotenreiches unter Theoderich wurde. Neben vielen herausragenden Sehenswürdigkeiten und bewundernswerten Mosaiken beeindruckten in besonderer Weise die Grabstätten der beiden Protagonisten, deren Macht- und Lebenskämpfe den Teilnehmern der Reisegruppe vor Ort in einer eindringlichen Geschichtsstunde verdeutlicht wurden.
Am vierten Tag ging es vormittags zur ältesten Republik der Welt, San Marino, um sowohl in einem Rundgang einen Eindruck von der hoch gelegenen Hauptstadt zu erhalten, als auch vom Turm der Oberburg einen unvergesslichen Rundblick über die vorgelagerte Küstenlandschaft genießen zu können; nachmittags führte die Fahrt nach Gradara, um sich an einem Ort der Stille die Vergänglichkeit der Zeit vor Augen führen zu können.
Der fünfte Tag war Abreisetag; mit gepackten Koffern ging es nach Padua, wo bis zur Mittagsstunde genug Zeit blieb, diese alte und ehrwürdige Stadt unter kundiger Führung kennenzulernen und unterwegs Halt zu machen im Innenhof der berühmten Universität, um eines Professors namens Galileo Galilei (1564-1642) zu gedenken. Am Nachmittag ging es endgültig auf die Heimreise, zunächst bis ins südtiroler Gebiet, wobei unterwegs in Malcesine am Gardasee nochmals verweilt wurde, um jenen Blick auf das Castello zu genießen, den schon Goethe in einer Zeichnung verewigte. Im Hotel in Kurtinig wurde eine letztes Mal Quartier bezogen, um bei einem guten Abendessen ein letztes Mal den köstlichen Wein zu probieren.
Am sechsten Tag ging es auf direktem Weg der Schwalm entgegen, wo man am späten Abend eintraf. Diese Fahrt wird allen Beteiligten sicher noch lange in Erinnerung bleiben, wobei nicht vergessen werden soll, sowohl Herrn Brenzel für die Trompeten-Soli, mit denen er die Reisegruppe im Rah-men vieler musikalischer Einlagen erfreute, als auch dem Reiseunternehmen J. Knieling für die gelungene Ausrichtung der Fahrt herzlich zu danken.
Hans-Ulrich König
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