Zweigvereine 49 positive Rückmeldungen erhielt der Geschichtsverein beim Neujahrsempfang am 12. Januar 2023, der in einem neuen Format durchgeführt wurde. Auf dem Podium im Landgrafensaal des Staatsarchivs hatte der Vorsitzende neben Vertreterinnen und Vertretern des Staatsarchivs, der Historischen Kommission, des Universitätsarchivs und der Stadt Marburg die Gelegenheit, über die Erfahrungen in der Corona-Zeit und die Vereinsaktivitäten im 800. Jubiläumsjahr der Stadt Marburg 2022 zu berichten. Auch das Sommerprogramm 2023, das direkt im Anschluss an die Mitgliederversammlung mit einer Führung durch die im Staatsarchiv gezeigte Ausstellung über „Marie (1723–1772), Prinzessin von Großbritannien und Landgräfin von Hessen-Kassel“ eingeläutet wurde, stößt auf großes Interesse. Exkursionen nach Volkmarsen, Battenberg und zu Wallfahrtskapellen im Marburger Umland, Spaziergänge auf den Spuren des Architekten August Dauber und zum Neubau von Foto Marburg sowie eine Kompaktveranstaltung zum Landgrafenschloss aus archäologischer, historischer und musealer Perspektive bieten durchweg fundierte historische Informationen und verstehen sich im zuletzt genannten Fall auch als Debattenbeitrag zu einem hochaktuellen Thema der Marburger Kulturpolitik. Daneben hat der Vorstand seine wissenschaftlichen Projekte vorangetrieben. Hier ist zunächst einmal das fast 600 Seiten starke Jubiläumsbuch „Marburg. Strukturen und Lebenswelten vom Mittelalter bis zur Neuzeit“ zu erwähnen. Wie im Vorfeld angekündigt, konnte der Band im Frühsommer 2022 erscheinen. Am 21. Juli wurde der gewichtige Geschichtsvereinsbeitrag zum Marburger Stadtjubiläum im Rahmen einer Buchpräsentation im Landgrafensaal des Staatsarchivs der breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Inhalt und Aufmachung des Bandes fanden und finden eine durchweg positive Resonanz, was sich erfreulicherweise auch in den Verkaufszahlen widerspiegelt. Mittlerweile ist schon weit über die Hälfte der Auflage verkauft. Allerdings verheißen die stark gestiegenen Herstellungskosten infolge der hohen Papier- und Energiepreise, die die ursprüngliche Kalkulation rasch Makulatur werden ließen, im Hinblick auf künftige Publikationsvorhaben nichts Gutes. Dennoch wurde nicht nur das Veröffentlichungsprojekt über den Renaissancebaumeister Eberhard Baldewein weiterverfolgt, sondern noch ein weiteres Vorhaben aus der Taufe gehoben: eine reich bebilderte, auf ein breiteres Lesepublikum zugeschnittene Publikation über die Geschichte und Zusammensetzung der Marburger Vereinssammlung. Unter Federführung der Vereinskustodin und des Museumsdirektors sollen ausgewählte Objekte in Kurzartikeln vorgestellt und mit historischen Erläuterungen versehen werden, um die Erforschung der Sammlung voranzutreiben und deren bessere Sichtbarmachung zu gewährleisten. Das Vorhaben entstand im Rahmen der aktuellen Diskussionen über die Zukunft des Marburger Schlossmuseums, dessen aus Brandschutzgründen erfolgte Schließung 2022 großes Aufsehen in der Stadt erregte. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, offene Briefe wurden verfasst und Ideen für ein zeitgemäßes Museumskonzept und ein neues Trägerschaftsmodell entwickelt. Als Sammlungseigentümer nahm der Geschichtsverein im Mai und Juli 2022 an zwei Gesprächsrunden teil, in denen die Universitätsleitung und der Oberbürgermeister ihre Vorstellungen bezüglich der Etablierung eines modernen Museums- und Veranstaltungsortes darlegten und die Sammlungseigner ihre Bereitschaft bekundeten, ihre Exponate auch für ein neues Konzept zur Verfügung zu stellen. Die konkrete Ausgestaltung des Modells, für das momentan eine Machbarkeitsstudie erarbeitet wird, bleibt abzuwarten.