38 Zweigvereine zeigte Lapp vor allem die Grenzen des kapitalistischen Systems auf, indem er einen regionalgeschichtlichen Blick auf die Situation in der Inflationszeit von 1921 bis 1923 warf. Als Quellen dienten Pfarr- und Schulchroniken aus dem Kinzigtal. Der schnelle Wertverlust des Geldes machte deutlich, wie sicher hingegen Naturalien und Grundbesitz waren. Für Gehaltsempfänger, wie Lehrer und Pfarrer war diese Situation daher sehr schwierig – gut, wenn sie sich mittels eines Gartens etwas selbstversorgen konnten. Erfreulich an der Vortragsreihe des Zweigvereins ist das erheblich gestiegene Publikumsinteresse. An allen Veranstaltungen nahmen zwischen 25 und 40 Besucher teil. Dr. Michael Lapp / Christine Raedler M. A. Der Vorstand des Zweigvereins Dr. Michael Dorhs, 1. Vorsitzender; Katharina Vock, 2. Vorsitzende; Ute Kunold, Schatzmeisterin; Jürgen Lips, stellv. Schatzmeister; Waltraud Böttner, Schriftführerin; Julia Drinnenberg, stellv. Schriftführerin. Mitgliederstand am 1.1.2024: 55 (Eintritte: 0, Austritte: 1, Todesfälle: 2) Über den Zweigverein Der 1981 wieder gegründete Hofgeismarer Zweigverein befindet sich aktuell in einer Übergangsphase. Nach dem altersbedingten Rücktritt des über 40 Jahre amtierenden Vorsitzenden Helmut Burmeister sowie seiner Stellvertreterin Erika Grothues-Schnaubelt und der langjährigen Schatzmeisterin Christine Swoboda- Körner, hat sich Ende 2022 ein neuer Vorstand konstituiert. Er sieht seine Aufgabe weiterhin in der personellen, finanziellen und konzeptionellen Unterstützung des Stadtmuseums Hofgeismar und seiner vielfältigen Aktivitäten. Weitergehende Überlegungen zur inhaltlichen Ausrichtung des Zweigvereins werden in den nächsten Monaten folgen. Dabei wird es u. a. auch um die Frage einer möglichen Vernetzung von Vereinsaktivitäten im Rahmen des ZWEIGVEREIN HOFGEISMAR Stadtmuseums mit kulturellen Angeboten und Veranstaltungen anderer regionaler Akteure gehen. Der Zweigverein erhofft sich davon auch eine größere Resonanz der Öffentlichkeit auf seine Arbeit. Die große Sonderausstellung des Jahres 2023 zeigte „China, wie Rocholl es erlebte. Kunst und Lebensart um 1900“. Sie wurde von den beiden Vorstandsmitgliedern Katharina Vock und Ute Kunold aus dem Bestand des Museums kuratiert. Neben der 31. Gemälde- und Antiquitätenbörse im Spätsommer sowie der Sonderausstellung des Marburger Landschaftsmalers Ulrich Harder folgte die Ausstellung „Heimische Maler. Gestern – heute – morgen“. Mit Hilfe von Fördergeldern konnte ein online abrufbarer Audioguide für die Dauerausstellungen produziert werden, der die Besucherinnen und Besucher durch das ganze Museum begleitet. Er gibt einführende Informationen zu den verschiedenen Ausstellungsthemen, ein inhaltlicher Schwerpunkt wurde in den Abteilungen „Jüdische Kultur in Nordhessen“ sowie „Geschichte der Hugenotten und Waldenser“ gesetzt. Im Bereich der Vermittlung wurden 2023 in einem Projekt mit Schülerinnen und Schülern zahlreiche jüdische Friedhöfe in der Region erschlossen. Unter Anleitung von Julia