44 Zweigvereine der nötig geworden war, weil durch den Krieg, die Flüchtlingsbewegungen und Evakuierungen viele Familien auseinandergerissen worden waren. Es wurden Listen aufgestellt, sortiert nach Heimatort, letztem Aufenthaltsort und anderem, was von ihnen bekannt war. Besonders schwierig war es bei kleinen Kindern, die ihren Namen und den Heimatort noch nicht nennen konnten. Am 22.3. hielt Dr. Dirk Richhardt den Vortrag „Im Schatten der Hohenburg. Gedanken zu Festungsbau, Innovation und Rezeption auch in Hessen.“ Er zeigte sehr viele Bilder von den verschiedenen Burgen und erklärte an ihnen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Bau, der Nutzung und den Verteidigungsanlagen. Hauptsächlich sprach er von Wasserburgen und Höhenburgen und erläuterte die Möglichkeiten und Probleme, die durch ihre jeweilige Lage im Gelände begründet war. Auch die Unterschiede von Burg, Schloss und Festung wurden erklärt und welche Bedeutung die Bauwerke für die Menschen hatten, die in ihnen lebten. Grenzsteinwanderungen haben im Geschichtsverein Tradition und auch dieses Jahr hat Konrad Döpfer eine „Grenzsteinwanderung rund um den Schusterwald“ vorbereitet und am 25.3. die Vereinsmitglieder und andere Interessierte geführt. Treffpunkt war in Schellbach und von da aus wurden mehrere Grenzsteine erwandert und jeweils die historischen Zusammenhänge vermittelt, sodass es die Zuhörer leichter hatten, diese Steine in die Geschichte der Stadt einzuordnen. Ein Stein konnte nur mit GPS aufgespürt werden. Um alles besser zu verstehen, wurde ein Flyer verteilt, der die wichtigsten historischen und geographischen Fakten anschaulich darstellt. „Auftakt des Terrors: Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus – das Beispiel Breitenau“ war am 26.4. der Titel des Vortrags von Dr. Ann Katrin Düben, der Leiterin der Gedenkstätte Breitenau. Frau Dr. Düben gab einen Überblick über die wechselvolle Geschichte Breitenaus, wo im Jahr 1874 ein preußisches Arbeitshaus eröffnet wurde. Von 1933–1934 wurde das Kloster von den Nationalsozialisten als Konzentrationslager für Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Juden genutzt und später gab es ein sogenanntes Arbeitserziehungslager. Nach dem Krieg war dort ein Erziehungsheim, in dem Mädchen sehr schlecht und völlig unpädagogisch „erzogen“ wurden. Am 29.4. fand eine „Exkursion zur Gedenkstätte Breitenau“ statt, wo die Thematik des Vortrags vertieft wurde. Frau Dr. Düben erklärte die Verwendung der einzelnen Gebäude des Klosters zu den verschiedenen Zeiten und erläuterte auch die Doppelnutzung der Kirche, die wir besichtigten, für die Gefangenen und die evangelische Bevölkerung Guxhagens, die beim Gottesdienst auf verschiedenen Seiten saßen. Dann wurde die Gemeinschaftsausstellung Die Teilnehmer der Exkursion zur Gedenkstätte Breitenau (Foto: ZV Homberg)