Zweigvereine 49 dessen Vorbereitung und Organisation ganz wesentlich Jürgen Fischer und Helga Reich zu danken ist. Die Einbeziehung von Schülern gehörte dabei in den größeren Zusammenhang der Jugendarbeit, die weiterhin von Jürgen Fischer betreut wird. Den Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt beschäftigt derweil seit Sommer ein städtisches Bebauungsplanvorhaben rings um das denkmalgeschützte Hotel Hessenland (1951– 53), im Zusammenhang mit großräumigen Erweiterungsplanungen für das Hotel. Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass dieser architektonisch und städtebaulich bedeutende 50er-Jahre-Bau Paul Bodes damit eine langfristige Perspektive erhalten soll, dass der Ballsaal wieder in Betrieb genommen und sogar der historische Dachgarten wieder rekonstruiert werden soll. Zugleich bieten sich aber auch Chancen und Gefahren für wichtige stadt- und landesgeschichtliche Zeugnisse, die auch eng mit dem städtebaulichen Konzept des Hotelgebäudes verbunden sind: An der Friedrichsstraße betrifft dies den letzten erhaltenen Fassadenabschnitt vom Palais des Landgrafen Friedrich von Hessen(-Rumpenheim), in dem seine Enkelin Louise, die spätere Königin von Dänemark und „Schwiegermutter Europas“, Jahre ihrer Kindheit verbrachte; er wurde aus städtebaulichen Gründen 1951 in den Hotelneubau einbezogen und erinnert heute noch an die europäischen Bezüge des Landgrafen und seiner Familie. Und vor allem betrifft es das frühere Café Däche (Königsstraße 4) an der Rathauskreuzung: Im Kern 1804/05 als eines der ersten Kasseler Mietshäuser erbaut, spielte es für den Kasseler Romantikerkreis um das Ehepaar Jordis-Brentano, die v. Arnims und die Brüder Grimm eine nicht unwesentliche Rolle, bis hin zur Veröffentlichung der Kinder- und Hausmärchen; zu den vielen bedeutenden Bewohnern zählen Oberhofbaumeister Bromeis, Generalleutnant v. Haynau sowie unser Vereinsmitgründer (1834) und erster „Vorsteher“ v. Rommel, der seit 1834/35 auch Eigentümer des Hauses war; in der Nachkriegszeit dann der Gastronom Hugues Der Historiker Christoph von Rommel (1781– 1859), Mitgründer und erster „Vorsteher“ des VHG (Federzeichnung von Ferdinand Justi, 1880, Wikimedia Commons) Obere Königsstraße 4 nach dem Umbau zum Eckhaus (1952), Motiv einer Mehrbildpostkarte, Mitte der 1950er-Jahre
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