70 Aus Stadt und Land Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet. Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungseinrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann. Über die Arolsen Archives Die Arolsen Archives sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle für die heutige Gesellschaft. Pressekontakt: Anke Münster, anke.muenster@arolsen-archives.org, 05691 629–182 In der unmittelbaren Umgebung Hofgeismars waren mehrere jüdische Friedhöfe bisher noch nicht für das Hessische Informationssystem Lagis Hessen erschlossen. Die Grabsteine als „stumme Zeugen“ jüdischen Lebens und seines gewaltsamen Endes zum Sprechen zu bringen und die Inschriften für Besucher zu erschließen, war das Ziel eines Projekts der Abteilung Judaica im Stadtmuseum Hofgeismar. 2022 hatte sich durch die Bewerbung und den Gewinn des John Stedman Memorial Grant 2022 die Chance ergeben, hebräische Inschriften übersetzen zu lassen und in Kooperation mit den Schulen der Umgebung nach und nach zehn jüdische Friedhöfe zu erforschen. Dvora Nekrich, die Frau des derzeitigen Kasseler Rabbiners, übersetzte die hebräischen Inschriften der Grabsteine in Niedermeiser, Trendelburg, Helmarshausen, Sielen, Breuna, Wolfhagen, Grebenstein und Wettesingen. Volkmarsen und Naumburg werden folgen. Darüber hinaus übersetzte sie auch die von Baruch Wormser dokumentierten Inschriften aus den Jahren vor den Zerstörungen. Mit den Handskizzen Wormsers, der damals bei den meisten Friedhöfen damit auch die Lage der Gräber und Reihen festhielt, wurde es möglich, den damaligen Zustand der Friedhöfe mit dem heutigen zu vergleichen und ihn zumindest auf dem Papier zu rekonstruieren und somit zu zeigen, wo – in etwa – der ursprüngliche Begräbnisplatz der Verstorbenen gelegen war. Die Zerstörung der Grabsteine und der Verlust der Namen ist bis heute schmerzhaft für die Nachkommen der jüdischen Familien, die auf der Suche nach Spuren ihrer Vorfahren Nordhessen besuchen. Diese Namen kehren nun zurück in den Handbüchern für Friedhofsbesucher, ergänzt um alle in den historischen Quellen noch auffindbaren Informationen über die Verstorbenen. Zusammen mit dem Schlüssel zum jeweiligen Friedhof können die Handbücher ausgeliehen werden. Die Erkundung jüdischer Friedhöfe zeigte ein großes Potenzial für die Arbeit mit Schülern. Sie konnten an vorbereiteten Stationen auf den Friedhöfen mit einem vom pädagogischen Team FRIEDHOFSPROJEKT DES STADTMUSEUMS HOFGEISMAR
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