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verschiedene geschichtliche Aufsätze, welche demselben am Ende beigefügt sind, zum Beispiel:

        1) Den Krieg König Alberts I. mit Erzb. Gerhard (1301 ),

        2) die Händel zwischen den Erzbischöfen Heinrich und Gerlach (1346 – 1353 ),

        3) die diplomatische Geschichte des Zwispalts zwischen Erzb. Sifrid II. mit Bischof Lupold von Worms (1200 – 1207 ),

        4) die Händel zwischen König Heinrich Raspe und Erzb. Sifrid III. einer, und dem römischen Könige Conrad IV. andererseits (1246 – 1247) mit allen dazu gehörigen Urkunden.

Die obige Urkundensammlung geht bis aufs Jahr 1416 und ist auf Pergament geschrieben. Sie verräth eine Hand desselben Zeitalters und Schreibers. Hingegen rühren die angefügten historischen Aufsätze, der Handschrift nach, von verschiedenen Verfassern. Sie sind auf Papier mit verschiedenen Fabrikzeichen geschrieben. Der erste, dritte und vierte ist lateinisch, und ist die Abschrift eines dem Ereigniß gleichzeitigen Aufsatzes. Der zweite aber scheint erst im fünfzehnten Jahrhundert entworfen zu sein; er ist deutsch und ungemein weitläufig. Auf ihn folgt, jedoch von einer andern Hand, die Nachricht, welche ich hier mittheile. Ihr geht voran eine weitläufige Nachricht von Erzb. Diethers erster Wahl (1459 ), dessen Differenzen und Kriegen mit Churfürst Friedrich von der Pfalz, der berühmten Schlacht bei Seckenheim (1462 ), und der Aussöhnung beider Partheien; alles aus und mit Urkunden.“

Höchst auffallend ist es nun, daß Bodmann von dieser hochwichtigen HS. in seinen Rheing. Alterth. (erschienen 1819) gar keine Erwähnung thut, wozu es ihm doch an Veranlassung unmöglich kann gefehlt haben. Sucht man in diesem Werke einzelne Stellen auf, welche dem Inhalt nach jener Handschrift entnommen seyn könnten, so finden sie sich unter einem Titel citirt, welcher mit jenen Angaben im Rheinischen Archiv nicht zusammenpaßt. So steht z. B. S. 106 eine Nachricht aus dem Krieg zwischen König Albrecht und Erzb. Gerhard aus dem Jahr 1301, welche dem vorher erwähnten Aufsatz Nr. 1. entnommen seyn könnte, hier aber aus der Narratio de rebus gestis aepp. Mog., also aus einer größeren Geschichte aller Erzbischöfe citirt wird.

 

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