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[Mitglieder-]Verzeichnis drucken lassen, welches den Anwesenden mitgetheilt wurde.

Hierauf berichtet der Archivar Habel über das römisch-germanische Museum. Zuerst besprach er die Veranlassung zur Gründung eines solchen Museums, welches nach der ursprünglichen Idee des Freiherrn von Aufseß in Nürnberg die Denkmale nicht nur der römisch-germanischen Zeit, sondern auch des Mittelalters in Abgüssen oder Abbildungen u. dergl. enthalten sollte; die Ausführung dieser kollosalen Idee schien nur dadurch erreichbar, daß man in der Mainzer Versammlung für die Denkmäler der römisch-germanischen Zeit das Museum der Stadt Mainz anwies, die christlichen Denkmäler der Stadt Nürnberg überlassend. Hierauf zeigte der Vortragende, wie Mainz mit vollem Rechte zu dieser Ehre und zu diesem Vorzuge erwählt worden sei, einmal weil an diese Metropolis des obern Germaniens die größten historischen Erinnerungen sich knüpften, und dann, weil das hiesige Museum die reichste Sammlung römischer Alterthümer und viele kostbare und seltene germanische Gegenstände enthalte. Daß aber die Idee eines solchen Museums immer mehr Anklang finde, und sich vielfacher Theilnahme erfreue, davon gibt den erfreulichsten Beweis ein von Seiten S. K. H. des Prinzen Johann von Sachsen als Präsident des Centralausschusses der deutschen Geschichtsvereine in Dresden an den hiesigen verehrlichen Stadtrath gerichtetes Schreiben, worin der Wunsch ausgedrückt ist, durch Ueberlassung der zur Aufstellung der Nachbildungen erforderlichen Räume die wissenschaftliche Zwecke des Museums zu unterstützen. Und wir sind der sicheren Hoffnung, daß der städtische Vorstand, wie bisher die Zwecke des Vereins, so auch das neu emporblühende Museum einer wohlwollenden Berücksichtigung unterziehen werde, besonders da durch eine solche Sammlung die Besuche der Fremden vermehrt, und deren längerer Aufenthalt dahier außer Zweifel gestellt, so daß auch das materielle Wohl der Stadt hierdurch gefördert wird. Hierauf schilderte der Vortragende, wie das Museum nicht die Originalien selbst, sondern die Nachbildungen derselben (und zwar mehr plastische als bildliche) zu sammeln und zählte ausführlich auf, welche Masse von Gegenständen das Alterthum uns aufbewahrt habe, die theils in Modellen, theils in Abformungen, immer in natürlicher Größe und wo möglich in denselben Farben, oder in Zeichnungen aufzustellen seien, wodurch in

 

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