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Herausgabe dieser Quartalberichte abgeschlossen. Indem wir durch vorliegenden Bericht zum ersten Mal in diese Verbindung eintreten, geschieht dies mit dem aufrichtigen Wunsche, daß eine neue Anregung und Belebung der historischen und antiquarischen Studien bei uns sowohl als in den ohnehin geschichtlich so eng verflochtenen Nachbarländern überhaupt die andauernde Folge davon sein möchte.

Zu Anfang d. J. erlitt unser Verein durch das am 13. Januar erfolgte Ableben des Herrn Pfarrer Hannappel zu Frauenstein einen schweren Verlust. Der Verstorbene, der längere Jahre in Reifenberg am Taunus die Alterthümer der dortigen Gegend überwachte und die Untersuchungen der römischen Grenzbefestigungen am Taunus wesentlich fördern half, der sodann seit anderthalb Jahren Mitglied unseres Vorstands war, hat durch den regen Eifer und das warme Interesse, womit er alle wissenschaftlichen Arbeiten des Vereins nach Kräften unterstützte, sich ein bleibendes Verdienst um unsern Verein erworben, das wir hiermit auch öffentlich anerkennen zu müssen glaubten.

Die monatlichen Versammlungen unseres Vereins haben seither ihren Fortgang genommen. Am 17. Januar hielt Herr C. Ebenau einen Vortrag über die römischen Ansiedelungen am Taunus, womit derselbe einen Cyklus von vier Vorträgen über die Niederlassungen der Römer am Rheinstrome beschloß; am 28. Februar sprach Herr Prorekter Rossel über die Geschichte und die Denkmäler des Klosters Clarenthal bei Wiesbaden.

Die Aufmerksamkeit des Vorstands wurde in Beziehung auf Antiquitäten neuerdings besonders nach zwei Seiten hin in Anspruch genommen: durch den Abbruch des alten Rathhauses in Geisenheim im Rheingau und durch die Ausbeute eines römischen Brunnens auf dem Heidenfeld bei Heddernheim. – In Geisenheim war es besonders das alte Sitzungszimmer des dortigen ehemaligen Schöffengerichts im Rathhause, welches durch eine Wandmalerei Aufmerksamkeit erregte. Auf der hinteren Schmalseite des Zimmers, unmittelbar über dem engen Thüreingang, der in ein dunkles Kerkerloch führte, war bis zur Decke hin, in einer Höhe von etwa 8´ und einer Breite von 12´, ein Bild al fresco gemalt, die Eidesleistung einer meineidigen Frau und deren Hinrichtung darstellend. Von den einzelnen Personen gingen Bänder aus mit gereimten Sprüchen, deren Inhalt, soweit

 

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