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er bei der am 16. Februar von dem Vereins-Secretär vorgenommenen Besichtigung sich noch erraten ließ, auf die schweren Folgen des Meineids Bezug hatte. Alles Erkennbare – denn das ganze Bild war durch davor sitzendes Holz furchtbar zugerichtet, die untere Hälfte der Figuren fast zerstört worden – wurde genau aufgenommen und Herr Maler A. Müller in Geisenheim hat im Auftrag des Vorstands das ganze Bild in Zeichnung und Farbe treu und geschickt wiedergegeben, sowie auch eine äußere Ansicht de s Gebäudes beigefügt. Einen Grundplan desselben verdanken wir der Gefälligkeit des Herrn Bau-Accessisten Esau in Rüdesheim. Aus Heddernheim erhielten wir Nachricht über einen daselbst stattgehabten Fund römischer Alterthümer. Die am 19. u. 20. Februar von dem Vereins-Secretär vorgenommene Besichtigung ergab Folgendes: Der Weisbinder Ried fand auf seinem Acker, 58 Schritte von der nördlichen und 130 Schritte von der östlichen Grenze des Burgfeldes entfernt, eine Brunnen-Cisterne, von 5½´ Durchmesser, mit 1 ½ ´ dicker Bekleidung von rauhen Steinen, ganz mit Grund und Schutt verfüllt. In einer Tiefe von mehr als 30´ zeigten sich zuerst einzelne Bruchstücke von Sandsteinen mit reliefartigen Verzierungen, die bis zur vollen Tiefe von 52´ im Brunnen durcheinander gestürzt waren und mühsam heraufgeschafft wurden. Der ganze, von dem Finder sorgfältig bewahrte Fund wurde für das Museum acquirirt, wo er sich bereits befindet. Da aber Alles zerschlagen und parcellirt ist, auch die Reinigung und Zusammensetzung bis jetzt noch nicht vollständig vorgenommen werden konnte, so beschränken wir uns, vorbehaltlich genauerer Beschreibung im nächsten Hefte, auf die Anführung der Hauptstücke: 1. Ein Altarbruchstück (untere Hälfte), vierseitig, mit Reliefs, 2½´ hoch, die Langseite 1½´, die Schmalseite 1´ breit. Die vordere Langseite zeigt die Halbrelief-Figur des Herkules mit dem Löwen von Nemea, die eine Schmalseite den Merkur, die andere eine Pallas, soweit die starke Beschädigung des Steins bis jetzt eine Bestimmung zulassen mochte. Das obere Stück des Altars, von etwa 2´ Höhe, fehlt gänzlich. – 2. Ein Säulen-Fragment, aus 2 Hauptstücken des Schaftes und dem Kapitäl bestehend. Das eine Stück mißt 1´ 8´´ Höhe, das andere 2´ 6´´ Höhe, bei einem Durchmesser von 1´. Der Schaft ist mit Blättern schuppenartig bekleidet. Das
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