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Amöneburg und Niederklein unternommen. In jenem Walde (jetzt sogenanntem Mittelwald) von der üppigsten Vegetation und wohl ganz geeignet zu einem heiligen Haine der alten Deutschen, in einer ebenen Gegend, welche die Volkssprache „in den sieben Bergen“ bezeichnet, findet man ohngefähr 7 größere und noch eine Anzahl kleinere Hügel von etwa 10-12 Fuß Durchmesser und 3 - 4 Fuß Höhe. Einer jener größeren Hügel wurde mittelst eines mehrere Fuß breiten, von der äußeren Seite begonnenen und nach der Mitte hin entsprechend erweiterten Einschnitts geöffnet und hier fanden sich dann - etwa 3½ Fuß unter dem Gipfel des Hügels - eine etwa 3 Fuß im Durchmesser haltende, (zum Theil) mit behauenen Steinen (von der Form der Steine eines runden Brunnens) umlegte und mit Asche bedeckte Stelle und in dieser mit Erde untermischten Asche etwa 12 größere und kleinere Stückchen von zerbrochenen thönernen Gefäßen, auch eine Anzahl kleiner Stückchen von verbrannten Knochen. Spuren von Verzierungen sind an den Scherben nicht bemerkbar, wohl aber deutliche Spuren davon, daß die Gefäße auf einer Töpfer-Drehscheibe verfertigt worden sind. Die frischen Brüche zeigen einen bläulich grauen Thon, wie er im Ebsdorfer Grunde gegraben wird. Die meisten Brüche sind aber augenscheinlich sehr alt und ergeben, daß die fraglichen Gefäße schon vor sehr langer Zeit zertrümmert worden sind. Aus der Geringfügigkeit der gefundenen Ueberreste sollte man fast schließen, daß hier schon einmal gegraben worden sei, doch zeigte sich davon sonst keine Spur. Das Zertrümmern der Aschenkrüge ließe sich wohl allenfalls auch daher erklären, daß an der fraglichen Stelle der Boden feucht ist und aus fettem Lehm besteht und die Wurzeln der nahe stehenden Bäume und Sträucher jene Stelle nach allen Seiten hin durchdrungen haben. Leider gestattete die vorgerückte Zeit nicht an einem der anderen Hügel – die fast alle dicht bei einander liegen – einen (vielleicht besser belohnten) Versuch zu machen.
Eingegangene Berichteauf die vom Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde ausgegebenen statistisch – topographischen Fragen. Meerholz und Hailar von Herrn Metropolitan Kircher zu Meerholz.
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