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von Sachsen stattgehabten Zusammenkunft des Gesammtvereins wurden wir durch unsern Vereinssecretär, Hrn. Archivar Dr. Landau, vertreten. Aus den dort gepflogenen vielseitigen Verhandlungen heben wir nur zwei Gegenstände hervor.

Der eine betrifft das vom Frhrn. v. Aufseß begründete germanische Museum. Von zwei Seiten waren Anerbietungen zur Stellung der dafür erforderlichen Räume etc. eingegangen. Se. Hoheit der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha hatte die Feste Koburg, Se. königliche Hoheit der Großherzog von Sachsen-Weimar die Wartburg dazu angeboten.

Nach längeren Berathungen kam man endlich überein, daß Baiern jedenfalls der Vorrang gebühre, und nur vorläufig durch eine geheime Abstimmung über die Wahl jener beiden Orte mittelst verschlossener Stimmzettel für den Fall entschieden werden sollte, daß die baierische Regierung sich innerhalb vier Wochen nicht zur Uebernahme bereit erklären werde. Der letzte Fall ist eingetreten, und die hiernächst geöffneten Stimmzettel ergaben eine Mehrheit für die Feste Koburg.

Der andere Gegenstand bezieht sich auf den schon seit Jahren mehrfach angeregten Plan einer historischen Topographie von Deutschland. Das von Herrn etc. Dr. Landau in Folge eines von der vorjährigen Versammlung zu Mainz erhaltenen Auftrags zu Nürnberg vorgelegte auf jenen Plan eingehende Gutachten über die Herausgabe einer Sammlung von Beschreibungen der deutschen Gaue fand die volle Zustimmung der Versammlung, und es ist sofort ein Ausschuß zur Leitung des großartigen Unternehmens gewählt worden. Herr etc. Dr. Landau wird mit der Beschreibung eines Gaues nach den von ihm entwickelten Grundsätzen vorausgehen; er hat hierzu den Gau Wetterau bestimmt und ist bereits mit der Ausführung beschäftigt. Wir werden Ihnen später darüber noch weitere Mittheilungen machen.

Wegen des Nähern sowohl über diese Punkte, als überhaupt über die gesammte Thätigkeit der Versammlung zu Nürnberg müssen wir auf die Protokolle verweisen, welche die nächsten Nummern des Korrespondenzblattes des Gesammtvereins bringen werden, wobei wir nicht umhin können, dieses als ein Organ des Gesammtvereins

 

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