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ß) Die s. g. Beund im Hinterhofe scheint früher entweder ein Theil der Herrnbeund gewesen zu sein, oder ein ähnliches selbstständiges Ackerflachland (also dritte Beund dieser Flur ). Sie liegt dicht am Dorf, halb Wiese, halb Ackerland, woran einige durch Hecken begränzte Gras- und Obstgärten stoßen. An zwei aneinanderstoßende Seiten ist sie von tief eingefahrenen und mit Hecken (namentlich sehr alten Maßhollunderbäumen und Sträuchen) besetzten Wegen eingefriedigt, von den zwei andern durch starke Feldraine.

Vorstehende Mittheilungen kann ich zwar nicht in allen Einzelheiten verbürgen. Ich habe sie auf frühern Besuchen dieser Gegend und einer kürzlichen geologischen Excursion gesammelt und verdanke das Wichtigste dem würdigen Jubilar Cantor Bach zu Urspringen. Möge bei dieser Gelegenheit diese Gegend den Geschichts- wie Naturforschern besten empfohlen sein. Ersterer findet leider dort weder in Gemeindeladen, noch Kirchenbüchern, noch an alten Bauten Anhaltspunkte. Was da ist, datirt vom 30jährigen Kriege und ist außer einigen Copieen höchst mager. Ich war so glücklich eine im Jahr 1645 angefertigte Abschrift der „Fuldaischen Hofgerichtsordnung“ zu acquiriren, worin das Verfahren der öffentlichen Schöppengerichte, der Cent, umständlich erörtert wird, auch das Verhältniß der Frohn- und Dienstpflichten, des Theurerhaupts etc. erörtert ist. Herr Dr. Euler hat sie augenblicklich in Händen. Sie enthält außer dem Wesentlichen, in Grimms Weisthümer Abgedruckten, noch einen Anhang von einigem Interesse, welchen Grimm nicht aufgenommen hat. Aber in dem „Würzburger Haubenkrieg“ und Dr. Beukarts „Baringau“, auch wohl in der Fuldaer Bibliothek dürfte sich noch Manches finden, das Licht in diese absonderlich verwirrte Geschichte bringen dürfte, wo sicherlich auch viel Interessantes über den häufigen Wechsel der Herren und des Glaubensbekenntnisses der Gegend vorkommt. Es ist sehr zu beklagen, dass in den vierziger Jahren die Urspringer Kirche total abbrannte, bevor sie gründlich untersucht worden war. Die besten Aecker im Reith (Reud ?) der Stettener und Urspringer Flur, wie auch der untergegangenen Dörfer Lahr und Altfeld sind ehemalige vulkanische Asche, und zu beiden Seiten der Gewende liegen noch jetzt

 

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