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Besitze sich befinden, um sie dem Geschichtsforscher bekannt und deren Benutzung möglich zu machen. Schließlich referirte Hr. Reallehrer Dr. Künzel über den gelegentlich der Septemberfeierlichkeiten in Weimar gegründeten Verein für Culturgeschichte, zur Betheilung daran einladend, worauf die diesjährige Versammlung von dem Präsidenten geschlossen wurde.
3) Des Vereins zu Nassau.Die Thätigkeit des Vereins in antiquarischer Beziehung war im letzten Quartal dieses Jahres besonders durch zwei wichtige Funde in Anspruch genommen, die dem Museum wieder eine erhebliche Bereicherung zugeführt haben. Zunächst eine Ausgrabung römischer Gräber im Mühlenthal, ¾ Stunden von Wiesbaden, sodann einige heddernheimer Funde. Da die näheren Verhältnisse an einem andern Orte ausführlicher zur Sprache kommen werden, so genüge hier eine kürzere Mittheilung mit Aufzählung der Fundstücke. 1. Römische Gräber im Mühlenthal. Beim Planiren und Umlegen des von Wiesbaden nach Mosbach und Cassel führenden sogenannten Mühlenwegs stießen die Arbeiter am 3. Octbr., gerade oberhalb der Salzmühle, auf ein mit Ziegelplatten eingefasstes Grab und fanden bald darauf, ganz nahe dabei, noch ein zweites. Zum Glück war Herr Verwalter Theyß von der Hammermühle in der Nähe, der den Arbeitern alle mögliche Vorsicht anempfahl, die gefundenen Gegenstände sorgfältig in Verwahrung nahm und andern Tages eine Anzeige an den Vorstand ergehen ließ, damit weitere geeignete Maßregeln ergriffen werden konnten. Dieser Aufmerksamkeit und dem regen Eifer des Herrn Verwalter Theyß verdanken wir die Genauigkeit aller erforderlichen Aufnahmen und die ganze werthvolle Erwerbung, so daß wir dieses Verdienst hier öffentlich mit gebührender Anerkennung hervorheben müssen. – Bis zum 9. Octob. wurden bei den fortgesetzten Wegarbeiten fast tägliche Funde gemacht und im Ganzen 7 Gräber geöffnet und die dazu gehörige Brandstätte, alles mitten im Fahrweg, die Deckplatte der meisten Gräber lag sogar nur 6,’’ 8’’ oder 10’’ unter dem Fahrdamm. Jedes Grab war ungefähr 2’ lang, 1’ 2’’ breit, und 1’ bis 1 ½’ tief; die meisten waren unten und auf den vier Seiten mit Ziegelplatten eingefaßt, und mit einer gleichgroßen Platte, mit aufgebogenen Längsrändern, bedeckt; doch waren zwei derselben ohne Flußplatte, zwei andere zeigten gar keine Einfassung, eines war durch eine
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