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verkehrte, es wäre gar keine Kritik. Dabei schweigt Hr. Mone wohl weislich von der Hauptsache von den aus diesen angeblichen Brennöfen nämlich massenhaft und, wie auch Prof. Jung gezeigt hat, planmäßig hervorgegangenen Fabrikaten, welche gerade durch ihr plumpes und unverschämtes Auftreten die Aufdeckung des fabrikmäßigen Betriebes förderten. Darnach wird jeder leicht entscheiden können, auf welcher Seite die verkehrte oder vielmehr die Unkritik zu suchen sei, ob dort, wo man des Wortes: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ eingedenk, sich lediglich an die „Sachen“ hielt, und durch sie Rückschlüsse gewann, oder dort, wo man seit Jahren schon im Besitze der Kenntniß „des Ortes, der Sachen und Personen“ seit Jahren auch sich hat täuschen lassen und nun unangenehm aus angelebten Anschauungen von Ferne her aufgeweckt, über die unbequeme Störung sich entweder mit einem kühnen, in das Gewand gründlicherer Kenntniß hüllenden, vornehmen Abthun und Aburtheilen wegsetzt oder auch, wenn man will, die Art eines gewissen Vogels nachahmt. –

Inzwischen hat die Sache selbst weitere und eingehendere Betrachtungen gefunden, insbesondere durch Professor Jung in Straßburg, welcher unter der Ueberschrift: Notice sur Rheinzabern et ses antiquités in dem Bulletin de la société pour la conservation des monumens historiques d´Alsace 1856. 2. livr. p. 117-128 ausführlicher die ächten und die unächten Rheinzaberner Alterthümer, ihre verschiedenen Arten, und den großartigen, planmäßigen Betrieb dieser Seite der industriellen Thätigkeit des Ortes dargestellt hat, wie aus dem Bericht in Gerhard´s Archäolog. Anzeiger 1857 N. 99 S. 46 * f. zu ersehen ist. In Betreff Schweizhäusers selbst, dessen „Antiquites de Rheinzabern“ die Veröffentlichung der Rheinzaberner Funde zum Zwecke hatten, theilt ein mit den Verhältnissen wohlbekannter Forscher brieflich mit, daß derselbe in seinen letzten Lebensjahren ganz leichtgläubig und fast kindisch geworden sei, und sich so unter andern auch von einem Candidaten der Theologie mit der Inschrift auf den Gott Sigge habe bethören lassen, welche auf dem Odilienberg sollte gefunden worden sein. –

Frankfurt a. M.                                         Prof. Dr. Becker.

 

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