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Bodens und des Klimas, Wildschaden, zu schwerer Druck des Zinsherrn etc., habe ein völliges Verlassen stattgefunden, wie diese Ursachen auch allein ganze Dörfer entvölkert hätte. Vorzugsweise finde man solche gäntzlich verlassenen Dörfer jedoch nur in den gebirgigeren Gegenden. Viele dieser verödeten Dorfstätten seien jedoch im sechszehnten Jahrhundert wieder angebaut worden.

11. Februar. Herr Bibliothekar Dr. Bernhardi berichtete über das jüngst erschienene Werk des K. Bayer. Oberlieutenant J. Heilmann (Feldzug von 1813. Antheil der Bayern seit dem Rieder Vertrag. München 1857 ), in welchem S. 161-312 eine ausführliche Beschreibung der Hanauer Schlacht am 30. October 1813 und der unmittelbar vorhergehenden Ereignisse gegeben wird. Referent erzählte in allgemeinen Umrissen, wie die hessischen Schriftsteller (Hauptmann J. Dörr, Schlacht bei Hanau am 30. October 1813. Cassel 1851, und Major v. Humbert auf dem vom Geschichts-Verein in Hanau 1856 herausgegebenen Schlachtplan) den Verlauf darstellen, und hob dann mehrere wesentliche Punkte hervor, in welchen Heilmann davon abweicht. So gibt dieser z. B. die Zahl des bei Hanau stehenden österreich-bayerischen Corps auf etwas über 30,000 Mann an, während Dörr 40 bis 45,000 Mann annimmt und v. Humbert angibt, daß die Stärke des gesammten Wrede´schen Corps über 56,950 Mann bestanden habe, wovon allerdings noch ein Theil in Würzburg und in Aschaffenburg zurückgeblieben und ein anderer nach Frankfurt detaschirt war.

11. März. Herr Bibliothekar Dr. Bernhardi berichtete über das Werk: „Die Kurhessen im Feldzug von 1814. Ein Beitrag zur hessischen Kriegsgeschichte von C. Renouard, mit Beilagen und einer Uebersichtskarte. Gotha 1857.“ – Unser verehrter Landsmann, sagte der Ref., hat durch diese Schrift eine Schuld abgetragen, welche das Vaterland den begeisterten Kriegern von 1814 schon lange schuldete. Man ist geneigt, diesen Feldzug des hessischen Corps für minder bedeutend zu halten, weil diesen Truppen keine Gelegenheit geboten wurde, große Schlachten zu schlagen, oder die Festungen zu erstürmen, welche sie nur blockieren sollten. Wenn man aber erwägt, daß durch das schnelle Erscheinen von beinahe 18,000 Mann Hessen mit 2300 Pferden auf dem Kriegsschauplatze, eine gleiche Zahl geübter Krieger des Blücher´schen Corps zu den Operationen gegen Paris disponibel gemacht wurde, und daß die ganze schlesische Armee unter Blücher damals nur

 

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