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93,000 Mann zählte, dann wird kein Sachkundiger in Abrede stellen, daß die ungewöhnlichen Anstrengungen Kurhessens in dieser Beziehung nicht wenig zum glücklichen Erfolg des ganzen Krieges beigetragen haben.

Dem Verfasser gebühre das Verdienst, daß er über die Formation und die Ausrüstung dieser Truppen, über ihre Stärke und über ihre Bewegungen so vollständige Nachrichten gesammelt habe, daß sie den bisherigen Mangel officieller Mittheilungen so ziemlich ersetzten. Auch sei mit Recht hervorgehoben, daß die Finanzen des aufgelösten Königreichs Westphalen sich in völliger Zerrüttung befanden, daß die wehrpflichtige Mannschaft durch den Feldzug nach Rußland fast ganz erschöpft war, und daß die von den Franzosen bei ihrer Flucht aus Kassel zurückgelassenen Waffen und sonstigen Kriegsvorräthe fast sämmtlich den Russen zu Theil geworden waren. Zufolge officieller statistischer Nachrichten betrug im Jahre 1810 die Zahl der conscriptionspflichtigen jungen Leute von 20 bis 26 Jahren im ganzen Königreich Westphalen gegen 55,000 Mann; im Jahre 1811 nur 46,00 und im Jahr 1813 gewiß noch weit weniger. Nehme man aber auch 40,000 Mann an, d. h. bei einer Seelenzahl von 2 Millionen etwa 2 % der Bevölkerung, und ziehe davon den Bestand der westphälischen Armee im Jahre 1812 mit 34,000 Mann ab, so sei es augenscheinlich, daß die ganze dienstfähige Mannschaft Westphalens vom 20 bis 26 Jahre bis auf etwa 6000 Köpfe bereits ausgehoben war, und daß man in Kurhessen, welches etwa den vierten Theil des Königreichs betrug, außer dem Aufgebot von 1813 und 1814, kaum einige Tausend dienstfähiger Leute von 20 bis 26 Jahren ausheben konnte, daß man mithin sehr weit vor- und zurückgreifen mußte, wenn die 24,000 Mann wirklich gestellt werden sollten, zu deren alsbaldiger Mobilmachung der Kurfürst sich im November 1813 verpflichten mußte. Am 24. November ward in Frankfurt bestimmt, daß das hessische Corps aus 21,182 Mann Infanterie, 1764 Mann Cavallerie und 1047 Mann Artillerie (zusammen aus 23,993 Mann) bestehen solle, und daß davon die erste Brigade am 15. Januar 1814 marschfertig sein müsse; am 12. December 1813 habe der Kurfürst durch eine Proclamation zu den Waffen gerufen, und schon am 20. Januar 1814 habe sich die erste Marschkolonne, bestehend aus etwas über 4000 Mann unter dem Generalmajor v. Müller, von Marburg und Hanau aus in Bewegung gesetzt, am 30. sei die zweite von gleicher Stärke nebst 586 Pferden unter dem

 

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