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der seine ganze Kraft und Thätigkeit ausschließlich den mannigfaltigen Vereinsaufgaben zu widmen berufen wäre, zu einer Lebensfrage für unsern Verein geworden, von deren glücklicher Lösung die gedeihliche Fortentwicklung, wie die Bethätigung derselben im Sinne seiner schönen Bestimmung zum großen Theile abhängen wird.

Der im Sommer des vorigen Jahres verstorbene Conservator unseres Museums, der sich durch mancherlei archäologische Kenntnisse, sichern Blick, Geschicklichkeit, Treue und die Ausführung wichtiger Arbeiten um unsern Verein namhafte Verdienste erworben hat, durfte gleichwohl in den letzten Jahren eher als ein Hinderniß unserer Vereinsthätigkeit angesehen werden, als daß eine kräftige Förderung derselben von ihm zu erwarten gewesen wäre. Nicht nur, daß er außer Stande war, die ihm obliegenden oder zugetheilten Vereinsarbeiten fortzuführen oder zu erledigen, während seiner langen Kränklichkeit hat sich auch Ihr Vorstand hinsichtlich der Beaufsichtigung unserer Sammlungen, dem Andrange der Fremden gegenüber, die, wie in früheren Jahren das Museum besuchten, in nicht geringe Verlegenheit versetzt gesehen, welchem nur dadurch einigermaßen abgeholfen wurde, daß die verschiedenen Vorstandsmitglieder nach einem fest gesetzten Turnus sich an der Beaufsichtigung der Sammlungen betheiligten, bis gegen den Schluß der Sommermonate, nach dem tödtlichen Hintritte des Conservators, Herr Dr. Rossel interimistisch sich den Obliegenheiten desselben unterzog und damit auch in die Besorgung der Vereinsgeschäfte, die bis dahin nur mühsam und ungenügend fortgeführt werden konnten, mit gewohntem Eifer von Neuem eintrat.

Als Herr Dr. Rossel, durch die Verhältnisse hierzu genöthigt, sich von dem Amte eines Vereinssecretars zurückzog und nur die Redaction der von dem Verein zu edirenden Schriften fortbesorgen zu können erklärte, blieb Ihrem Vorstand bei dem Mangel an einer andern verfügbaren Arbeitskraft, die sich mit gleichem Eifer und ebenso großem Zeitopfer den Vereinsangelegenheiten hätte widmen mögen, nichts andres übrig, als den Versuch zu machen, die mancherlei dem Vereinssecretar zukommenden Arbeiten unter einzelne Mitglieder, die sich zu deren Uebernahme bereit erklärt hatten, zu vertheilen. Diese nothdürftige, vom Drange der Umstände eingegebene Aushülfe hat sich in der Erfahrung keineswegs bewährt, da es überall, wo nicht an gutem Willen, doch an der nöthigen Zeit fehlte, um rechtzeitig die Geschäfte bewältigen zu können.

 

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