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So ist denn unser Verein für die interimistische Uebernahme auch der Secretariats–Geschäfte von Seiten des Herrn Dr. Rossel in den letzten 4 Monaten des abgewichenen Jahres demselben zu einem um so größerem Dank verpflichtet – als ohne diese dem Vereine bewiesene Bereitwilligkeit es um die Geschäftsfortführung desselben gar mißlich gestanden haben würde. Die Nothwendigkeit eines ausreichenden Ersatzes für die Zukunft ist aber damit von neuem documentirt worden.

Trotz der eben angedeuteten ungünstigen Verhältnisse ist in der abgelaufenen Jahresperiode keine der wichtigen Seiten der Vereinsaufgaben vernachlässigt worden, einige von ihnen haben sogar die wesentlichste Förderung erhalten. Denn was zuerst die litterarische Thätigkeit des Vereins betrifft, so kann der hier in Frage kommende Zeitraum als ein recht fruchtbarer bezeichnet werden, da wir nicht nur ein zweites Heft der Denkmäler aus Nassau in ansprechender Ausstattung herausgegeben haben, sondern auch von dem 2. Bande von Bär’s diplomatischer Geschichte des Klosters Eberbach die erste Hälfte an das Licht treten ließen. Der Abschluß jener denkwürdigen Klostergeschichte, die bei den Geschichtsfreunden in und außerhalb des Landes so viel Anerkennung gefunden hat, steht mithin in nicht mehr weiter Ferne und wenn uns unsere Mittel erlauben sollten, dem bereits von uns Veröffentlichten die in unseren Mappen vorfindlichen Aufnahmen und Zeichnungen in gelungener lithographischer Darstellung, so wie das längst druckfertige Eberbacher Urkundenbuch rasch nachfolgen zu lassen, so würde der Verein sich allerdings damit kein geringes Verdienst erworben haben.

Eine andere wichtige Aufgabe des Vereins ist in dem abgelaufenen Jahre von uns näher präcisirt und deren Lösung in Angriff genommen worden. Sie wissen, daß der Limes romanus, jenes staunenswerthe Römerwerk, daß, wie wenige andere, von dem großartigen Sinne und der Thatkraft des welterobernden Volkes bis in unsere Tage herab Zeugniß ablegt, einen großen Theil unseres Herzogthums durchzieht. Von Jahr zu Jahr verwischt die nivellirende Zeit, wie die fortschreitende Cultur immer mehr jene gewaltigen Spuren, die die Hand Roms auch unserm vaterländischen Boden aufgeprägt hat. Der Wunsch, diesen limes in seinen Ueberresten zu studiren und in Schrift und Zeichnung seine gegenwärtige wie frühere Gestalt und Beschaffenheit der spätern Nachwelt anschaulich zu erhalten, ist daher schon oft ausgesprochen worden und hat bei der Zusammenkunft der vereinten deutschen

 

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