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von denen keine der uninteressantesten in einem seltsam gestalteten Glasgefäße Ihrer Betrachtung dort ausgestellt ist, ist von dem Vereine in dem abgelaufenen Jahre eine entsprechende Summe dem Hrn. Dr. Rossel zur Disposition gestellt worden, um diese, wie es scheint, wichtigste historische Stätte des altchristlichen Wiesbadens gebührend verzeichnen zu lassen.

Die bereits in der letzten Generalversammlung berührten Ausgrabungen bei Schloß Schaumburg, zu welchen durch die Munificenz S. K. Hoheit des Erzherzogs Stephan uns eine namhafte Summe zugesichert worden ist, konnte dagegen leider in diesem Jahre nicht fortgesetzt werden. Auch eine andere Ausgrabung in Rambach, welche von uns mittlerweile beabsichtigt war, konnte durch den eingetretenen Tod des Conservators Kihm nicht mehr vorgenommen werden und harrt mit jener noch ihrer Erledigung.

Durch den Wunsch des General-Direktors des Berliner Museums, Hrn. v. Olfers, ist Ihr Vorstand veranlaßt worden, ein bei dem Abbruch der Sakristei an der Johanniskirche zu Nieder-Lahnstein zum Vorschein gekommenes Freskobild auf einer Außenmauer, welches, weil den Einflüssen der Witterung in bedenklicher Weise ausgesetzt, nicht lange mehr vor gänzlicher Zerstörung gesichert bleiben möchte, getreu aufnehmen und als kunstgeschichtliche Notiz der Wissenschaft zur Benutzung conserviren zu lassen. Von seinem gegenwärtigen, immer mehr zur Unkenntlichkeit herabsinkenden, Zustande können Sie sich schon aus dem einen Umstande eine Vorstellung machen, wenn ich Ihnen die Thatsache anführe, daß über nicht unwesentliche Punkte von verschiedenen Beurtheilern, die das Bild aus Autopsie kennen, die von einander abweichendsten Angaben gemacht worden sind, was zu einer nochmaligen genauen Revision desselben auffordert.

Indem ich nunmehr zu den Erwerbungen übergehe, die wir für unser Museum im abgewichenen Jahre gemacht haben, glaube ich die Bemerkung vorausschicken zu dürfen, daß die in Rede stehende Periode sich jeder frühern, was die Wichtigkeit und das archäologische Interesse der gemachten Acquisitionen anbetrifft, getrost zur Seite stellen dürfte. Ich muß in der chronologischen Aufzählung hier zuerst der Sandalen gedenken, die wir gemeinschaftlich mit dem Museum unserer Nachbarstadt Mainz aus einem Funde an uns brachten, der auf dem Thiermarkt daselbst vor nahezu einem Jahre gemacht wurde. Da an der Aechtheit dieser Gegenstände nicht wohl gezweifelt werden kann, indem sie mit anerkannt ächt

 

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