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römischen Antiquitäten zusammen aus einer Tiefe von 15-20´ unter dem heutigen Straßenpflaster heraufbefördert wurden und ähnliche Ledersandalen, wie z. B. die, welche von dem ersten englischen Archäologen Roach-Smith unter dem Bette der Themse in London gefunden und von ihm 1852 beschrieben worden sind und die den unsrigen auf ein Haar gleichen, und überhaupt noch an einigen andern Orten aufgefunden worden sind, so werden diese aus dem hohen Alterthum stammende Fußbekleidungen allerdings zu den seltensten Gegenständen unseres Museums gerechnet werden dürfen, wie denn auch ihre Erwerbung und Präparation zusammen uns an 300 fl. gekostet hat. Von nicht minderem Interesse sind die reichen Gräberfunde, die im October des vorigen Jahres bei der Spelzmühle im Mühlenthal, nicht weit von der nach Mainz führenden Römerstraße, über welche Herr Dr. Rossel sich nachher in einem Vortrage verbreiten wird, erhoben wurden. Sie erlauben mir hier rhapsodisch auf einen Gegenstand aus diesem Funde hinzuweisen, wie meines Wissens bis jetzt an keinem Orte ein zweiter je aufgefunden worden ist. Es ist dies jener Fisch aus Glas, den Sie dort unter den andern Fundstücken aus jenen Römergräbern aufgestellt sehen. Es muß dem Scharfsinn der Archäologen vorbehalten bleiben, was sie in dieser den Todten geweihten Mitgabe erkennen wollen, ob, (was schwer zu glauben sein dürfte) ein Spielzeug ohne Sinn und Bedeutung, oder ein Emblem, das ähnlich der auf den Sarkophagen der ältesten Christen so häufig vorkommenden Abbildung des Fisches einen tiefern Sinn in sich schließen dürfte. Da der Gegenstand bis jetzt als ein unicum zu betrachten ist, und wir von nichts ähnlichem je gelesen zu haben uns entsinnen können, so wird auch dieser aus so leicht gebrechlichem Stoff gebildete Gegendstand, der mehr als anderthalb Jahrtausende überdauert hat, gewisslich mit Recht zu den interessantesten Stücken unseres Museums gerechnet werden dürfen. Die letzte Acquisition von größerem Werthe, die wir erst ganz kürzlich gemacht haben und die in zwei den obersten Göttern geweihten Altären, einem den Matres gewidmeten Votivstein und einer sonderbaren Steinpyramide mit einem gewölbeartigen Thordurchgang besteht, stammt von dem Heidenfelde zu Heddernheim, unserm nassauischen Pompeji, dem unser Museum bereits so viele seiner höchsten Zierden verdankt. Was insbesondere das letztgenannte Denkmal anbetrifft, so dürfte die hier zum erstenmal in Stein vorkommende Py-[ramide]
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