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Aus den weiteren Verhandlungen der General-Versammlung bringen wir noch Folgendes zur öffentlichen Kenntniß : Um die von uns beabsichtigte und bei den Behörden beantragte neue Stellung des Conservators mit unsern Statuten in Einklang zu bringen, mußte dem §. 3 pos. 3 unserer Statuten eine Abänderung gegeben werden, welche wir bei der Gen.-Versammlung in Antrag brachten, von der dieselbe auch nach längerer Discussion in der erfolgten Abstimmung durch Majorität gutgeheißen wurde. Wir haben diese Abänderung der höchsten Genehmigung unterbreitet; sobald diese eingetroffen sein wird, werden wir unseren Mitgliedern davon Kenntniß geben. Bei der Erneuerung des Vorstands (zur Wiederbesetzung der durch Ableben des Hrn. Conserv. Kihm und durch das im Turnus erfolgende Zurücktreten der Herrn v. Löw und v. Reichenau erledigten Stellen) wurden, nachdem Herr Obrist v. Reichenau eine Wiederwahl nicht mehr gewünscht hatte, von der Gen.-Versammlung gewählt: als Director: Herr Hofger.-Rath v. Löw und als Vorsteher: Herr Hofger.-Rath Forst und Herr Geometer Balzer. Als Ersatzmänner wurden bezeichnet: Herr Hauptmann Gräser, Herr Reg.-Rath Schepp, Herr Rentier Goltermann und Herr Dr. Rossel. Die letzte halbe Stunde der General-Versammlung wurde durch wissenschaftliche Vorträge ausgefüllt. Zuerst sprach Herr Prof. Dr. Becker aus Frankfurt a. M. in anziehendem Vortrag über mehrere antike Lederfunde, welche theils in Süd-Deutschland und am Mittelrhein, theils in Holland und England statt gehabt, wobei durch das dem vorjährigen Mainzer Sandalenfunde ganz analoge Vorkommen etwaige Zweifel an der Echtheit unserer im Laufe des Jahres acquirirten Sandalen, welche der General-Versammlung zur Besichtigung vorlagen, vollständigst beseitigt wurden. – Hierauf sprach Herr Dr. Rossel über die von dem römischen Wiesbaden resp. dem Castell auf dem Heidenberg ausgegangenen Straßen, wobei eine über den Melonenberg ziehende Heerstraße und ein durchs Mühlenthal ziehender Verkehrsweg, der mit der vorigen nahe bei der Armenruh-Mühle zusammengetroffen zu sein scheint, genau unterschieden und versucht wurde, die Vergabelung des letztern innerhalb der jetzigen Stadt (sowohl nach der Schützenhof-Quelle als nach dem Kochbrunnen zu) und überhaupt die Zugsrichtung beider Linien an der Hand der bis jetzt bekannt gewordenen röm. Gebäude und Gräber im
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