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Einzelnen festzustellen. Zur Erläuterung konnte auf die zahlreichen und werthvollen Fundstücke hingewiesen werden, die aus sieben römischen Gräbern nahe bei der Spelzmühle im Oktober v. J. in unsern Besitz gelangt waren.

Her Prof. Dr. Becker hatte zugleich eine Begrüßung des in Frankfurt a. M. neu gebildeten histor. Vereins an den unsrigen überbracht und in dessen Namen um freundnachbarliche Unterstützung, sowie um Aufstellung eines Katalogs unserer reichhaltigen Sammlungen und endlich einer chartographischen Nachweise aller römischen Fundstätten resp. Ansiedelungen in den Taunusgegenden gebeten. Diese Aufmerksamkeit wurde von dem Herrn Vorsitzenden durch die besten Zusicherungen verdankt.

Im weiteren Verlauf der Wintermonate wurde die Aufmerksamkeit des Vereins auch wieder auf die im Bering des Römerkastells auf dem Heidenberg dahier zu gewärtigenden Funde gelenkt, indem allerlei in den Monaten Februar und März vor sich gehende Grundarbeiten eine Menge römischer Anticaglien zu Tage förderten. Das merkwürdigste darunter war ein in zwei Stücke zerbrochenes Bronce-Täfelchen, auf beiden Seiten mit Inschrift bedeckt, worin wir das Fragment eines Militär-Diploms des Kaiser Trajan (vom J. 116 n. Chr.) erkannten, ausgefertigt für einen Veteranen der II. Cohorte der Rätier. Wegen seiner außergewöhnlichen Wichtigkeit für die Militärverhältnisse von Obergermanien beabsichtigten wir, das Dokument in einer besonderen Bearbeitung demnächst zu veröffentlichen. Sobald die Witterung es zuläßt, werden wir außerdem geordnete Nachgrabungen an jener Stelle veranlassen.

Schließlich mag noch einer Reihe von Vorlesungen gedacht werden, welcher Herr Dr. Rossel am 12., 17., 24. u. 31. März, Abends von 6-7 Uhr, im Saale des Museums hielt und worin er einzelne Partien aus der römischen Periode Wiesbadens topographisch und historisch zu erläutern suchte. Dieser Gegenstand fand solche allgemeine und steigende Theilnahme in allen Kreisen des gebildeten Publikums, daß die erweiterten Räume des Saales kaum ausreichten, alle Zuhörer zu fassen und daß eine sehr erhöhete Theilnahme an den Angelegenheiten unseres Vereins sich aller Orten kund gab, zu der wir uns nur Glück wünschen können.

 

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