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vom Ufer des Rheins im März d. J. zur Auffindung einiger Gräber, deren Inhalt dieselben als aus der fränkischen Periode herrührend erkennen ließ. Zwei derselben lagen nahe bei einander, das dritte 20’ davon, alle in gleicher Tiefe von 4–5’ unter der Oberfläche, und mit dunklerem Grund ausgefüllt. Soweit Leichenreste noch vorhanden waren, lagen die Schädel nach O. Aus Grab Nr. 1 wurde erhoben ein Schwert, das an der rechten Seite lag, lg. 2´ 3´´, br. 2¼´´, Griff 2´´ lang, und eine Lanzenspitze von 10´´ Länge; aus Grab Nr. 2, eine an der linken Schulter mit der Spitze nach dem Kopf gelegene Lanze, lang 1´ 9´´ mit Schaftloch, ein zertrümmerter Schildbuckel, zwei Theile von Eisenbeschlag mit darauf haftenden Leinwand-Resten; in Grab Nr. 3 fanden sich 2 kurze Schwerter, das eine messerartig mit breitem Rücken 1´ lang, 2´´ breit, Griff 2´´ lang, das andere ein 1´ lang, Griff 3¼´´ lang. – Sämmtliche ziemlich wohlerhaltene Stücke wurden durch die Güte des Herrn Baumeister Frickhöfer dem Landes-Museum überlassen. Herz. Archiv-Direction in Idstein hatte die Gefälligkeit, die Sammlungen des Museums für Siegelkunde in der Art zu unterstützen, dass dieselbe eine namhafte Zahl von Originalurkunden, meist nassauischer Grafen, auswählte und zur Abformung ihrer Siegel bereit stellen ließ. Diese umfangreiche Arbeit wurde unter Beiwohnung des Vereinssecretärs im Lauf des Monats April durch den Vereinsdiener Weck in Idstein vollendet und dadurch der Vereinssammlung eine Bereicherung von mehr als 230 Matrizen der seltensten und besterhaltenen Siegel zugeführt. Die sphragistische Sammlung des Vereins hat sich damit bis auf 4491 Stücke erweitert. Um dieselbe Zeit wurde unsere Kenntniß des röm. Pfahlgraben-Zugs nördlich der Lahn um ein wesentliches Stück gefördert. Auf die Anzeige des Herrn Pfarrer Diefenbach zu Arzbach, Amts Montabaur, daß beim Abbruch des alten Chors seiner Pfarrkirche, der weitbekannten Augst, römische Backsteine mit militärischen Stempeln sich vorgefunden hätten und aufbewahrt würden, begab sich der Secretär des Vereins am 1. und 2. Mai d. J. an Ort und Stelle, um nähere Fundberichte zu erheben. Darnach ergab sich, dass der Aufbau dieses im 15. Jahrh. errichteten Kirchenchors theilweise mit Hülfe von röm. Baumaterial geschehen war, indem größere Backsteinplatten, 8–10 zöllig, besonders in den oberen Theilen des Chors, theils als Fensterverkleidung, theils als
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