392
einfaches Füllmaterial vernutzt waren. Als Geschenk der Herrn Pfarrers Diefenbach wurde von einer sehr großen Menge dieser Ziegeln 24 Stück, meist mit Stempeln bezeichnet, dem Museum überlassen. Es sind folgende: a) Legions-Ziegel: LEG XXII PPF , zweimal; LEG XXII PPFI , dreimal; LEG XXII PRPF , dreimal;
zweimal, und LEG XX HPPF einmal im Zirkel geschrieben. – b) Cohorten-Ziegeln und zwar 1. COII IIII VI einmal; COII IIII VIN dreimal; COHIIIIVN einmal; COH IIII LIND dreimal; COH IIII LINDEL einmal; COHIIIIVNDEL einmal; und zweimal COH IIII VINDEL im Zirkel umlaufend. – 2. COH I CIVR einmal. Da diese Bausteine nur von einem in nächster Nähe gestandenen röm. Militärbau herrühren können, so muß ein Castell dicht bei der Augst. gestanden haben und vielleicht ist Alles das, was die Leute von altem durch den Ackerbau zeitweise ausgebrochenen Mauerwerk auf einem Pfarracker nahe hinter der Kirche erzählen, das sie von einem
ehemaligen Kloster herrühren lassen, auf dieses Pfalgraben-Kastell zu beziehen, das von Sachkundigen schon seit längerer Zeit an dieser Stelle gemuthmaßt wurde. Die Truppenabtheilung, die es erbaut hatte und besetzt hielt, war nach den gemachten Funden theils die 22. Legion, theils Auxiliar-Miliz, und zwar die fast bei allen Taunus-Castellen zahlreich repräsentirte 4. Cohorte der Vindeliker und die, bis jetzt erst äußerst selten und auch auf der Saalburg nur einmal vorkommene 1. Cohorte Röm. Bürger. Eine mit feinem Edelrost bedeckte, verzierte bronzene Gewandnadel mit Dorn, sowie Bruchstücke römischer Gefäße kamen durch die Grundarbeiten auf dem Kirchhof zum Vorschein, und nähere Erhebungen bei dem Todtengräber und anderen Ortsangehörigen ergaben die Gewissheit, daß bei Gelegenheit der Beerdigung seit den letzten 40 Jahren allein mehr als hundert Krüglein und sonstige Gefäße, die in kleinen, meist mit Platten verschlossenen röm. Gräbern gestanden hatten, aus Unkenntniß zerschlagen worden waren. Demnach dürfte auch eine röm. Straße ganz nahe vorübergezogen sein und die Stelle empfiehlt sich in hohem Grade zu einer näheren Untersuchung durch Aufgrabungen, eine Arbeit, welche für diesen Herbst in Aussicht genommen ist, und durch die rege Theilnahme, welche Herr