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7) Das in der linken Hand befindliche Messer diente zum Zertheilen der Speisen. 8) Die Waffen bestehen aus Schwert, Streitaxt, Wurfspeer und Lanzen. 9) Die Gegenstände des Schmuckes und der Ausrüstung sind aus Eisen und Bronce gearbeitet. Gold und Silber wurde – außer einigen unbedeutenden Einfassungen aus letzterem Metall – nicht angetroffen und sagt von den Deutschen schon Tacitus de Germ. cap. V: Gold und Silber verachten sie. Bei mehreren Gerippen waren in der Nähe des Kopfes, etwa 3 Fuß unter der Oberfläche des Bodens, oben zugespitzte, etwa einen Fuß lange Steine aufgestellt, die vielleicht als Gränzscheiden zwischen zwei nahe an einander begrabenen Todten dienen sollten. Uebrigens fanden sich auch Spuren von Verbrennung der Leichen vor, und schient diese bis zur Einführung des Christenthums bei den Deutschen in Gebrauch gewesene Sitte sich wahrscheinlich nur auf die Vornehmeren erstreckt zu haben. Abgesehen hiervon trägt die Art der Beisetzung einen bestimmt ausgedrückten Charakter und läßt sich hieraus abnehmen, daß dieser Ort nur für eine bestimmte Epoche als Begräbnißstätte diente, und daß die Gerippe jedenfalls den Zeiten des Heidenthums angehören. Am wahrscheinlichsten wird man den Ursprung der aufgefundenen Ueberreste in das zweite oder dritte Jahrhundert zurückversetzen, und den Alemannen zuschreiben, die um diese Zeit ihre Wohnsitze in unserer Gegend hatten. Nachdem nämlich die Markomannen unter Marobod, sowie viele Sueven die Nachbarschaft der Chatten verlassen hatten, wurde der am Oberrhein bis an den Main gelegene, nunmehr von Einwohnern entblößte Landstrich, die sogenannten agri decumates durch benachbarte Helvetier und Sequaner, sowie verschiedene neue deutsche Ankömmlinge wieder bevölkert und der Grund zu dem mächtigen Bunde der Alemannen gelegt, dem 189 n. Chr. sich auch die Chatten anschlossen. Die fast ununterbrochenen Kämpfe dieser Nation mit den Römern finden wir hauptsächlich bei Aurelius Victor de Caesaribus, Aelius Spartianus in Caracalla und Dio Cassius aufgezeichnet. Uebrigens fanden sich auch an verschiedenen Knochenüberresten Spuren erhaltener Verletzungen, denn abgesehen von
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