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Bodenbeschaffenheit einen wesentlichen Einfluß auf größere oder geringere Erhaltung der Knochen aus. Die Stellen nämlich, woselbst sich die meisten Ueberreste befanden, waren dadurch kenntlich, daß der auf dem ganzen Umfang des Berges in einer Tiefe von zwei Fuß auftretende, fast weiße Floßsand durch die Verwesung der Körpertheile ein gelblich braunes, fettiges Aussehen erhalten hat. Die in diesem Boden aufgefundenen Gerippe waren sehr verwittert, während andere, die in größerer Tiefe, und von weißem Floßsand eingeschlossen lagen, weit vollständiger ausgegraben werden konnten. Bezüglich der Lage der Gerippe und der bei denselben aufgefundenen wesentlichen Gegenstände lassen sich mehrere allgemein gültige Punkte aufstellen, die ich in Kürze hier angeben will: 1) Die Gerippe lagen horizontal auf dem Rücken, bei einigen nahe bei einander liegenden wurde eine mehr gekauchte oder sitzende Stellung beobachtet. 2) Das Gesicht war ohne Ausnahme nach Nordosten gerichtet, und scheint dies entweder aus ihrer religiösen Anschauung herzurühren oder vielleicht auch ihre Abstammung anzudeuten. 3) Bei vielen Gerippen fanden sich in der Nähe des Halses und der Brust Perlen von Bernstein, gebranntem Thon und Glas. Bernstein war den Deutschen sehr frühe bekannt, denn schon die Phönizier trieben um dessenwillen mit ihnen Tauschhandel. Die Besitzer können deshalb diesen geschätzten Schmuckgegenstand von benachbarten deutschen Stämmen eingetauscht, oder vielleicht selbst als Ankömmlinge mitgebracht haben. Die Thon- und Glasperlen scheinen Fabrikat der Römer zu sein, die bekanntlich die Barbaren mit solchen Gegenständen zu versehen pflegten. 4) Neben der rechten Hand, zuweilen auch an den Füßen, ein aus dunklem Thon gefertigter Topf, der wahrscheinlich ein Getränk enthielt für die weite Reise, welche der Todte antreten mußte. Die Form dieser verschiedenartig geformten Gefäße ist theilweise recht gefällig. 5) In der Nähe des Topfes lagen bei vielen Gerippen Thierknochen, hauptsächlich von Schweinen und Pferden. 6) Ebenfalls an der rechten Hand – jedoch meist nur in Bruchstücken – ein aus Knochen gefertigter Kamm.
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