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geschritten und als Vorsteher erwählt die Herren: Dr. jur. Schalk, Hauptmann Vogler und Conrector Otto; als Ersatzmänner: Herr Minist.-Rath Vigelius und Herr Hofgerichts-Rath Forst. Auf Einladung des Vorstandes waren zu der Versammlung erschienen die Herrn Prof. Dr. Becker von Frankfurt und Prof. Klein von Mainz, beide Mitglieder unseres Vereins. Herr Prof. Becker gab über „die Anlage der römischen Städte am Rhein“ neue und wissenschaftlich begründete Ansichten kund; Herr Prof. Klein machte über die Besetzung von Mainz durch Cüstine 1792 und über die hierdurch in verschiedenen nassauischen Landestheilen hervorgerufenen Ereignisse eine Reihenfolge sehr interessanter Mittheilungen. Nach aufgehobener Sitzung vereinigte ein heiteres Mahl eine Anzahl Mitglieder des Vereins im Saale zu „den vier Jahreszeiten.“ Von den seitherigen antiquarischen Ergebnissen aus dem Lande wollen wir die erheblichsten hervorheben : 1) Die in Folge des Eisenbahn-Baus in Abbruch fallenden Thürme der alten Stadtmauer von Oberlahnstein wurden durch Herrn Ingenieur Scholter daselbst genau vermessen und mit großer Sorgfalt geometrisch aufgenommen. Die betreffenden Pläne werden unserm Vereinsarchiv zur Beurtheilung mittelalterlicher Befestigungs-Anlagen ein schätzbares Material liefern. 2) Beim Anroden eines ehemal. Walddistrikts (Bauwald) unweit Naurod (A. Wiesbaden) fand F. Coridaß von da in einem altgermanischen Grabhügel einen Bronce-Schmuck von großer Seltenheit, dessen Erwerbung für das Museum durch die Güte einiger unserer Vereinsgenossen aus Homburg ermöglicht wurde. Der Schmuck besteht aus 2 großen (8´´ lg.) spitzen, nach oben hin verdickten und hier mit einem Oehr versehenen Nadeln aus Bronce. Das obere Drittheil derselben ist abwechselnd mit ringförmigen und zickzackigen Strichlein verziert. Daneben lagen 11 medaillonartige gleichgroße Scheibchen, ebenfalls von Bronce. Jedes derselben hat 1 ¼´´ Durchmesser, um den erbsengroß verdickten Mittelpunkt laufen 6 concentrische Riefen; jede Scheibe hat oben einen (½´´ langen) Stielfortsatz, der zur Aufnahme einer Schnur durchbohrt ist. Sämmtliche Bronce-Scheibchen scheinen auf einer Schnur aufgerichtet und zu beiden Seiten mit den Nadeln verbunden gewesen zu sein, sodaß das Ganze
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