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als Schmuck des Gewandes (um Hals oder Brust) getragen worden sein mag. 3) In der Nähe von Marienthal (A. Rüdesheim) liegt in einem ehemals bewaldeten, jetzt angerodeten Distrikt, den der Volksmund wegen häufig dort herum gemachter Funde, alter Geschirre und Töpfe (Düppen) Düppenhausen nennt, (oberhalb der Schleifmühle, Gemarkung Geisenheim) ein mit Hecken bewachsener Kopf, 134 Schritte im Umkreis, 42 im Durchmesser. An dieser Stelle hatte der Bergmann J. Demmer von Winkel allerlei Schürfversuche gemacht und dabei eine mittelalterliche, von zahllosem ganzem und zerbrochenem Geschirr erfüllte und umgebene Töpferwerkstätte bloß gelegt. Es waren zwei mit den Langseiten aneinanderstoßende Oefen, A und B, von denen die flach gewölbte Decke des einen (B) noch theilweise erhalten war. Die am 3. September stattgehabte Einsicht und Aufnahme des Gefundenen ergab folgendes Resultat. Der Brennofen (A), 7´ lang, 5–5½´ weit, 4´ tief, war ohne sichtbaren Eingang, sein schräg nach unten auslaufendes 1´ 6´´ langes, unten 1´ tiefes Mundloch 1½´ breit. Der Boden war festgestampft aus eigens zubereiteter 1½´´ dicker grauschwarzer Erde; darunter lag mehrere Fuß tief rother Brandschutt mit zahllosen Scherben. Beim Aufbrechen des Bodens, was nur mit einem scharfen Bickel möglich war, ergab sich’s, daß auch Basaltsteine zur Pflasterung verwendet waren. Der Brennofen (B) hatte noch seine 5´ hohe und 1´ starke, inwendig verglaste Decke, welche die ovale Rundung eines Tonnengewölbes zeigte. Die Breite des Ofens am Boden betrug 7´, seine (damals übrigens noch nicht ganz ermittelte) Länge 16´; ein eigentlicher Eingang war nicht zu finden. Getragen wurde die Decke von 1´ 3´´ dicken, unregelmäßig geformten, 4–5´ hohen cylindrischen Pfeilern. Drei derselben standen quer durch das Innere hindurch, 4´ von der hinteren schmalen Wand und 2´ im Lichten von einander ab, dem mittleren derselben gegenüber und 6´ von demselben entfernt in der Mitte des Ofens ein einzelner freistehender Pfeiler. Alle diese Pfeiler waren mit glasigem Ueberzug sehr unregelmäßig bedeckt. Das Innere des Ofens war mit Scherben und verbranntem Schutt bis oben hin ausgefüllt. Von den zahllosen und mannichfaltigen Trinkbechern, Töpfen und sonstigen – aus dem 15. oder 16. Jahrhundert herrührenden
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