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Geschirren wurden 71 Stück der besterhaltenen für das Museum erworben. Ihre Aufzählung s. unter C, a.

4) Sehr interessante Ergebnisse haben die Eisenbahn-Bauten in der Nähe von Braubach zu Tage gefördert. An einem vorspringenden Felsabhang, etwa 700 Meter von dem unteren Ende der Stadt und etwa 500 Meter rückwärts vom Ufer des Rheins, wurde im April d. J. beim Durchstechen eines Bahneinschnitts eine ganze Reihe germanischer Gräber geöffnet. Da weder die Arbeiter von dem Werth der Fundstücke eine Ahnung hatten, noch von sonstiger Seite irgend eine Anzeige an das Museum erfolgte, so wurden die gefundenen Bronzeringe u. s. w. massenhaft weggeworfen oder in den Bahndamm begraben. Dem reinen Zufall und der Aufmerksamkeit des Landjäger – Sergeanten Junker hat man es zu danken, daß wenigstens einige Bronze-Sachen aufgehoben und einige Notizen gesammelt werden konnten, als der Conservator am 19. September aus einem ganz anderen Anlaß zufällig in Braubach verweilte. Nach den Mittheilungen jenes Augenzeugen, der bei der Eröffnung von 6 bis 8 Gräbern zugegen war, wurde deren Einfassung, bei einer Länge von 8´ und einer Breite von 4´, von einzelnen, geschlossen an einander gestellten Schieferplatten gebildet; eine Deckplatte fehlte oder waren deren Trümmer in das Grab zusammengestürzt; auch die Sohle der meisten Gräber waren von Schieferplatten gebildet. Die Oberfläche der Gräber lag durchschnittlich 6 Zoll unter der früheren Oberfläche. Es fanden sich auch noch Gebeine, aber sehr mürbe; die Richtung sämmtlicher Gräber war von Osten nach Westen schief gegen die Bahnlinie; ihre Entfernung von einander war übrigens ungleich, bei einzelnen 10´, bei anderen 15 bis 20´. Auch Gefäße, schüsselartige und krugartige, fanden sich in den Gräbern, wurden aber sämmtlich zerschlagen. Die Fundstelle liegt 30´ über dem mittleren Wasserstand des Rheins. Die dem Museum zugegangenen Hals- und Armringe sind unten (unter C, a) aufgezählt.

Merkwürdiger Weise wurde kaum 200 Meter oberhalb jener Begräbnißstätte ein anderer Todtenhof durchschnitten, der Gräber aus der fränkischen Periode enthielt. Auch hier wurden aus Unwissenheit die meisten Fundstücke zerstört oder verschleudert, doch waren einzelne im Büreau des Accordanten, andere von dem Sergeanten Junker aufgehoben worden. Zwei dieser Gräber, von Süden nach Norden gerichtet, waren

 

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