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und der entsprechenden Mittheilung des Herrn Bauführer Keller und des Herrn Kellermeister Müller in Osterspai, die der Ausgrabung fast beständig beigewohnt, deutlich zwei Reihen regelmäßiger Gräber zu unterscheiden, die erste (A) rheinabwärts, die zweite (B) rheinaufwärts so gelegen, daß die Fußpunkte der Leichen in A von dem Kopfende derer in B um 7–8 Fuß abstanden. Alle Gräber hatten die Richtung parallel der Bahn, die Sohle aller lag, gleich tief, nämlich 5´ 9´´ unterhalb der bisherigen Bodenoberfläche, jedes Grab war für sich 1´ 4´´ tief und alle Leichen waren mit den Köpfen nach Westen gelegt und sahen nach Osten. In der Reihe A waren drei Gräber, jedes 6´ lang, das 1. und 3. 2´ 3´´ breit, das 2. 1´ 5´´ breit; das 1. war 3´ vom 2., das 2. 9´ vom dritten entfernt. Die Gräber in Reihe B, gleichfalls 3, lagen etwas näher zusammen: das 6. vom 5. 2´ 5´´, das 5. vom 4. 2´ 3´´. In dieser Reihe, deren Gräber unter sich und mit denen der anderen Reihe ganz parallel liefen, war die Breite aller drei Gräber gleich, nämlich 2´ 5´´, aber ihre Länge differirte, indem das 6. 7´ 10´´, das 5. 8´ und das 4. 8´ 2´´ maß. Alle sechs Gräber waren ohne Steineinfassung in den Boden fest eingeschnitten mit senkrechten Wandungen; eine Bedeckung hatte nur das sechste Grab und zwar aus rauen Thonschiefer-Platten (von 2´ 3´´ Länge, 1´ 3´´ Breite und 1½´´ Stärke im Durchschnitt, die an einander geschoben waren; auch lagen die Gebeine in diesem Grab ausnahmsweise in regelmäßiger, ausgestreckter Rückenlage, während in sämmtlichen 5 anderen Gräbern die Leichen auf Gesicht und Bauch liegend befunden wurden, wie dies Schädel und Wirbelknochen deutlich wahrnehmen ließen. Sonst wurde bei allen Leichen die Bemerkung gemacht, daß die Oberschenkel-Knochen fast die beiden Ränder des Grabes berührten, wodurch die Beine eine gespreizte Stellung erhielten. Von drei mitgenommenen Schädeln zeigt einer eine auffallende Kleinheit (nach den Zähnen ziemlich jugendlich, wohl weiblich), die beiden anderen sind regelmäßig gebildet und die sonstigen Becken-, Wirbel- und Schenkelknochen lassen auf stark gebaute Männer schließen, die hier ihre Ruhestätte fanden. Da im Innern des nahen Burghofs beim Kellergraben in den 1820er Jahren zwei ähnliche Gerippe gefunden wurden, so darf man in diesem ganzen Revier eine sehr alte, regelmäßige Begräbnißstätte vermuthen, die nach Analogie ähnlicher Grabstätten am wahrscheinlichsten der fränkischen Geschichtsperiode
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