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mitteln für historische Studien so reichen Residenz hatte, zu legen, und es den einzelnen Mitgliedern dort und auswärts zu überlassen, ihre freie Thätigkeit direct diesem Ausschuß anzubieten. Mit der gesteigerten Productivität des Vereins und mit seiner Ausdehnung hat sich aber seitdem auch das Bedürfniß persönlicher Beziehungen unter den Mitgliedern selbst immer mehr geltend gemacht, und dieses Bedürfniß ist es, welches den oben berichteten Antrag auf Bildung von Gruppen für den näheren persönlichen Verkehr und Ideenaustausch benachbarter auf dem Lande (resp. nicht in der Residenz) wohnender Mitglieder veranlaßte. – Was dessen formelle Seite betrifft, so wurde damit nicht eine eigentliche Abänderung der Statuten bezweckt, weil diese theils wegen den damit unzertrennlichen Weitläufigkeiten, als vorgängigen Berichterstattungen, einer förmlichen Diskussion aller Artikel in einer besondern Hauptversammlung etc. im Augenblick nicht zwecklich erschien, theils auch bevor eine Revision der Statuten vom Antragsteller vorgeschlagen werden wollte, wohl ein Versuch für ihn geboten war, zu sehen, wie weit die Regsamkeit der auswärtigen Mitglieder seinen und vieler Anderen Wünsche und Erwartungen für eine allseitige Thätigkeit wirklich entgegen kommen würde? – Sowohl der Antragsteller, als die Versammlung, welche auf seinen Vorschlag einging, wollten absichtlich selbst den Schein jeden Zwangs oder jeder Bevormundung durch den Ausschuß vermeiden, denn sie waren überzeugt, daß eine lebhaftere und geregeltere Productivität so sehr der Wunsch aller einzelnen Mitglieder sei, daß es nur anzudeutender Mittel und Wege bedürfe, um sofort freiwillig überall das freudigste Entgegenkommen zu finden. – Wird doch Jeder, der sich einem Vereine anschließt, von vornherein einen gewissen Schatz von Wissen mitbringen und insbesondere durch gewisse, ihm nahe liegende Dinge zur Verwerthung desselben aufgefordert! – Hiervon hält ihn dann etwa nur die Meinung ab, seine Thätigkeit müsse sogleich in eine elegante Form eingekleidet werden, er müsse als „Schriftsteller“ auftreten, oder die Besorgniß, seine Forschung sei überhaupt noch nicht reif. unvollständig oder in ihren Ergebnis von zu untergeordnetem Belang. – Hierin wurden nun seither vielleicht gerade unsere Mitglieder bestärkt, weil sie von der Thätigkeit des Vereins fast nur durch Zusendung seiner Druckschriften Nachricht erhalten und nur sehr selten und zufällig Gelegen-[heit]
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