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Strecken ausdehnte, als daß sich daraus derartige Folgerungen machen ließen, selbst wenn die Ausdehnung einer solchen Bezeichnung auch schon in älterer Zeit nachweisbar wäre.

Dr. Landau.        

 

Beun und Gebick.

In diesen Blättern ist wiederholt auf Beun und Gebick hingewiesen und nähere Auskunft über beide gewünscht worden. Das Gewünschte glaube ich jetzt für unser Nassau im Allgemeinen geben zu können, wodurch eine Erörterung im Einzelnen und Besondern leichter möglich ist.

Ich bin seit längerer Zeit damit beschäftigt, als Ergänzung zu meinem Buche: „Volkssprache und Volkssitte im Herzogthum Nassau“, das eben gedruckt wird, ein „Nassauisches Namenbuch“ auszuarbeiten, das in drei Abtheilungen: 1) alle Familiennamen, 2) alle Ortsnamen, auch die der untergegangenen Dörfer, Burgen, Klöster etc. und 3) alle Gemarkungsnamen enthalten soll. Die Abtheilungen 2 und 3 sind soweit druckfertig, zu Abtheilung 1 sammele ich noch.

 

1. Beun.

Beun, Beunde, in der Volkssprache und in älteren Urkunden Boin, Bain, Bein, Bäun, Gebein, ist älter neuhochdeutsch, Bune, Beune, Bunde, Bünde, Beund, Beunde, Peunt, Peunte, Byundt, Buhinde, mittelhochdeutsch biunt, bünt, bünde, althochdeutsch biunda, piunt, peunt. Die Beun ist eigentlich ein Privatgrundstück im Gegensatz zur Gemeinweide; sie liegt meist in der Nähe des Dorfes und hat guten Boden, nicht immer, wie man hier und da behaupten hört. Mein Geburtsort Heidesheim in Rheinhessen hat eine Beun (auch Beunchen) nahe am Dorf mit nicht besonders gutem Boden; ein Hovbeun, etwa½ Stunde vom Dorf mit gutem Boden. – Grimm im deutschen Wörterbuch faßt das Wort als hervorgegangen aus dem verschollenen Participium biunti von biun, angelsächsisch bëon, englisch to bee = sein (vgl. unser bin) und findet darin ganz einfach Stätten. Weigand sagt in seinem deutschen Wörterbuch, das Wort sei „ursprünglich wohl so viel als Zaun, Umzäunung.“ Andere denken an eine Bildung aus binden oder bauen.

Beunen finden sich in Nassau: 1) Amt Diez: Flacht,

 

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