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des Rheingaues und des Maingaues liegend, den Charakter eines großen Opferplatzes ?

Aber damit ist ja das Wort Gebick nicht erklärt! Und doch! Bei der Darbringung des Opfers im Keltismus bückten sich die Umstehenden. Davon haben die keltischen Opfersteine den Namen Crom-leac*) erhalten, was der bekannte General Valancey, der Gründer einer besonderen Erklärerschule des Keltismus in Britannien mit „Bückstein“ übersetzt. Wie man aber dort an Steinen opferte, so mag man es im Hayn zur Drey-Eich an „Bäumen“ gethan haben. Denn Opferbäume vertraten oft die Stelle der Opfersteine. Die Opferbäume konnten dann im Walde zum Gebück werden !

Und nicht blos im westlichen Keltismus bückte man sich bei dem Opfern, und bei dem Acte der Sonnenanbetung, sondern auch im Osten und im ganzen Alterthum.

Der Kirchenvater Hieronymus sagt, im vierten Jahrhundert lebend, ganz allgemein: „Die Anbetenden pflegen die Hand zu küssen und den Kopf zu bücken.“**)

Und das Mosaische Gesetz spricht zu Israel (5. Mos. IV. 1.). Hüte dich .... (v. 19), daß du auch nicht deine Augen aufhebst zum Himmel und sehest die Sonne, den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und werdest irre und bückest dich vor denselben.“***)

Daß dies auch von den alten Deutschen galt, lehrt uns Cäsar. Derselbe sagt: (VI. 21,) Die Sonne, das Feuer (der Vulkan) und der Mond seien diejenigen sichtbaren Götter, die sie allein verehren.

 

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Aus Hrn. Heber’s Anfrage ließ sich unmöglich dessen Ansicht über die Bedeutung von Gebück erkennen und erst in dem Vorstehenden spricht er sich darüber aus. Es kann deshalb auch von einer Zurückweisung seiner Meinung nicht die Rede sein. Doch auch jetzt, wo ich diese kenne, vermag ich derselben in keiner Beziehung beizupflichten. Der Grund, worauf sich seine Ausführung hauptsächlich stützt, erscheint durchaus unzureichend. Es ist zu gewöhnlich, daß man Bezeichnungen bestimmter Oertlichkeiten auch noch auf angrenzende

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 *) Crom-leac s. f. heißt (in O’Beilly’s Irish-Engl. Dictionnary, Dublin 1817, a pagan altar.

 **) Hieronymus, c. Ruffinum I. I. (bei Selden S. 26.) Qui adorant, solent deosculari manum et capita submittere.

***) תתﺴ bei Ges. sich bücken, und im Hitpael: sich bücken, sich beugen.

 

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