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des Hoffmeisterschen Münzmessers und ein Gewicht von 1 ¼ Loth; sie ist wie viele Münzen und Medaillen des 16. und 17. Jahrhunderts mit einem Oehr zum Tragen versehen.

Der Avers zeigt das Brustbild des Landgrafen Philipp von vorn, mit Schnurr- und Knebelbart, mit Federhut, mit einer dreifachen Kette, in offenem Wams und mit umgeschlagenem Mantel. Die von je zwei concentrischen Reifen eingeschlossene, auf dessinirten Grunde sich erhebende Umschrift lautet VON GOTTES GNADEN . PHILIPS LANDGRAF . ZV HESSEN – ein Kreuzchen. Auf dem Revers erblickt man in einer Landschaft mit zwei Schlössern die Glücksgöttin auf einer etwas plattgedrückten, geflügelten Kugel stehend. Die Göttin ist als eine geflügelte, nackte weibliche Figur mit aufgelösten Haaren dargestellt und trägt, das Gesicht dem Beschauer zugewendet, in ihren Händen ein s. g. Glücksrad, d.h. ein Gestelle, an welchem vier kleine menschähnliche Figuren auf- und abgedreht werden. Umschrift : MEIN STERCKE . GLVC VND . IOB EST . MEIN HER VND GOT . EXO 15. Der Grund auch unter dieser Schrift ist dessinirt.

Hoffmeister beschreibt in seinem trefflichen hessischen Münzwerke unter Nr. 278 und 279, sowie unter Nr. 286 und 287 ähnliche silberne Medaillen vom Jahre 1535 und 1537 theils nach anderen bekannten Münzbüchern, theils nach eigner Anschauung eines Exemplars im k. k. Münzcabinet zu Wien. Abgebildet ist eine dergleichen im 7. Bande von Köhlers Münzbelustigungen S. 321. Aber sowohl diese mit vorliegende Abbildung, als die Beschreibungen bei Hoffmeister sind von meinem Exemplare sehr verschieden. Zunächst fehlt auf letzterem die Jahreszahl 1535 oder 1537, welche auf den bisher bekannten Stücken sich getrennt neben der geflügelten Kugel der Glücksgöttin findet, ebenso auf dem Avers die Münzmeistersigle G. W. zwischen zwei Kreuzchen unter dem Brustbild des Landgrafen. In Folge dessen ist letzteres auf meinem Exemplar viel vollständiger und reicht völlig bis an die innern, die Umschrift umgebenen Kreise. Sodann bietet die Umschrift selbst (IOB statt LOB EST statt IST) sowie deren Interpunktion mannigfache Verschiedenheiten von allen bisher bekannten Exemplaren. Auch sind die Umrisse so scharf, die Figuren so erhaben, und es fehlen die sonst vorhandenen Spuren späterer Ueberarbeitung so sehr, daß man versucht ist, mein Exemplar nicht für gegossen – das sind alle bisher bekannten – sondern für geprägt zu halten.

 

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